Roboter statt Personal?
Robo hilft in Uniklinik Innsbruck
(24.02.2026) An der Innsbrucker Klinik ist seit Mitte Februar der österreichweit erste Versorgungsroboter im Einsatz. Der autonome Transportroboter mit dem Namen „Rolliver“ übernimmt am Department für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde selbstständig den Transport gebrauchter Instrumente – und sorgt damit für Entlastung im Klinikalltag.
Autonomer Roboter transportiert Instrumente
„Rolliver“ sammelt gebrauchte medizinische Instrumente wie Pinzetten, Nebelsauger oder Winkelstücke aus insgesamt 42 Kojen des Departments ein und bringt sie zur zentralen Aufbereitung.
Der Roboter übernimmt laut Klinik die „planmäßige Abholung der Entsorgungssiebe mit unreinem Instrumentarium“.
© APA | MARKUS STEGMAYR
Robo im Einsatz!
Ausgestattet mit moderner Sensorik und intelligenter Navigationssoftware erkennt er Hindernisse eigenständig und passt seine Route im laufenden Betrieb an. Damit bewegt er sich sicher durch die Gänge des Klinikbetriebs.
6.500 Meter täglich im Einsatz
Die Zahlen zeigen, wie intensiv „Rolliver“ arbeitet:
- Pro Fahrt transportiert er rund 30 Entsorgungssiebe
- Jede Behandlungseinheit wird etwa elfmal täglich angefahren
- Insgesamt legt der Roboter rund 6.500 Meter pro Tag zurück
Bedient wird das System per Tablet. Bei Bedarf kann der Roboter direkt angefordert werden und startet seine Route selbstständig.
Entlastung für Mitarbeiter – keine Jobstreichungen
Laut Klinik geht es nicht um Personalabbau, sondern um Effizienzsteigerung.
Bisher war eine Mitarbeiterin nahezu den gesamten Arbeitstag mit dem Einsammeln der unreinen Instrumente beschäftigt. Durch den Einsatz des Roboters werden nun mehrere Stunden täglich frei – Zeit, die für die eigentliche fachliche Arbeit in der Aufbereitung genutzt werden kann. Mittlerweile sind immer mehr solcher Gehilfen in unterschiedlichen Formen im Einsatz, um Menschen zu unterstützen.
Neben der Zeitersparnis soll „Rolliver“ auch zur erhöhten Sicherheit und Nachverfolgbarkeit der Instrumente beitragen.
Digitalisierung im Gesundheitswesen schreitet voran
Die Kosten für den Versorgungsroboter liegen im niedrigen sechsstelligen Bereich. Die bisherigen Erfahrungen seien „sehr gut“, heißt es vonseiten der Klinikleitung. Sollte sich das Modell weiterhin bewähren, könnte „Rolliver“ künftig Verstärkung bekommen. Weitere Einsatzbereiche im Logistik- und Versorgungsumfeld gelten als denkbar.
Auch auf politischer Ebene wird die Entwicklung positiv bewertet. Die technische Innovation zeige, welches Potenzial in der Digitalisierung des Gesundheitswesens stecke – insbesondere bei standardisierten Abläufen.
Trend: Automatisierung in Kliniken
Autonome Transportroboter werden international bereits in Spitälern eingesetzt – etwa für Wäsche, Medikamente oder Materiallogistik. Mit „Rolliver“ reiht sich nun auch Österreich in diese Entwicklung ein. Die Einführung zeigt, wie Robotik im Klinikalltag nicht als Ersatz für Menschen, sondern als Unterstützungssystem eingesetzt werden kann – mit dem Ziel, qualifiziertes Personal gezielt zu entlasten.
(fd/apa)