Rus: Warnung vor AKW Beschuss

Backup-Systeme getroffen

(18.08.2022) Ein AKW als Kriegs-Pfand und Druckmittel. Russland warnt im Zusammenhang mit dem Beschuss des südukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja davor, dass radioaktives Material bis nach Deutschland, Polen und die Slowakei gelangen könnte, wenn es zu einem Unfall kommen sollte. Durch den Beschuss seien Backup-Systeme des AKW beschädigt worden, teilte das Verteidigungsministerium am heutigen Donnerstag mit.

Sollten die ukrainischen Streitkräfte die Anlage weiter unter Beschuss nehmen, werde das AKW möglicherweise abgeschaltet. Das Kernkraftwerk wurde im März von russischen Truppen erobert. Es geriet in den vergangenen Wochen mehrfach unter Beschuss. Russland und die Ukraine geben sich dafür gegenseitig die Schuld.

Die Ukraine und Russland werfen sich gegenseitig vor, das Kraftwerk zu beschießen. Das russische Verteidigungsministerium behauptete, die Regierung in Kiew plane an diesem Freitag einen Schlag gegen Europas größtes Atomkraftwerk, um dann Moskau die Schuld an einer möglichen radioaktiven Katastrophe zu geben. Entsprechende Einheiten würden dort zusammengezogen, Teile der 44. Artillerie-Brigade sollen die Schläge von der Stadt Nikopol aus vollziehen, sagte Ministeriumssprecher Igor Konaschenkow. Beweise legte er nicht vor. Überprüfbar waren die Angaben nicht. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte den russischen Streitkräften "atomaren Terrorismus" vorgeworfen, sie würden das AKW als "Schutzschild" benutzen, um von dort Ortschaften zu beschießen.

(fd/apa)

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