Sanierungsförderung
Nur noch für Heizkesseltausch
(02.02.2026) Auch bei den Förderungen wird jetzt gespart. Für die neue Heizungsförderung, die im November gestartet ist, verschiebt das Umweltministerium den Fokus auf den Kesseltausch. Bisher konnten Anträge für die Förderung eines Heizkesseltausches sowie für den Sanierungsbonus für eine thermisch-energetische Sanierung gestellt werden. Ab 2. Februar seien nur noch Anträge für den Kesseltausch möglich, teilte das Ministerium am Montag mit.
Grund sei, dass der Kesseltausch eine "deutlich höhere CO2-Einsparung pro eingesetztem Euro erzielt" als die thermisch-energetische Sanierung. Bisher seien Anträge im Volumen von 220 Mio. Euro gestellt worden. Für die Jahre 2026 bis 2030 steht ein jährliches Fördervolumen von 360 Mio. Euro zur Verfügung. Die Gesamtförderung beträgt maximal 30 Prozent der förderungsfähigen Investitionskosten. Im alten Modell unter der schwarz-grünen Vorgängerregierung waren es bis zu 75 Prozent gewesen.
Branche erfreut über mehr Planungssicherheit
Die Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ) begrüßt die Änderungen in der Förderung, da der gemeinsame Topf die Planbarkeit negativ beeinflusst habe. "Nach drei Monaten waren bereits rund zwei Drittel des verfügbaren Kontingents ausgeschöpft. Die Heizungsbranche musste daher befürchten, dass bereits wenige Monate nach Förderstart abermals ein Stopp für den Heizungstausch droht", so EEÖ-Geschäftsführerin Martina Prechtl-Grundnig. Die Fokussierung auf den Kesseltausch nehme auch Kundinnen und Kunden die Unsicherheit. Auch der Biomasseverband und proPellets sehen in der Umstellung eine Verbesserung der Planungssicherheit für Kunden und die Wirtschaft.
Kritik von Global 2000
"Die Beendigung des Sanierungsbonus ist kurzsichtig und fahrlässig. Was wir heute nicht in Energieeffizienz investieren, zahlen wir morgen doppelt - durch anhaltend hohe Energieausgaben und drohende Klima-Strafzahlungen", kritisierte wiederum Energieexperte Maximilian Hejda von der Umweltschutzorganisation Global 2000. Thermische Sanierungen machten Haushalte langfristig unabhängiger von Energiepreisschwankungen und seien eine Investition in Klimaschutz und leistbares Wohnen. "Der hohe Andrang zeigt den Bedarf klar: Anstatt den Sanierungsbonus zu beenden, sollte die Bundesregierung ausreichend Budget für thermische Sanierungen und den Kesseltausch bereitstellen."
Baustoffindustrie kritisiert Fokussierung
"Die heute verkündete Schwerpunktsetzung der im November präsentierten Fördermaßnahmen greift zu kurz und verkennt die zentrale Rolle der thermisch-energetischen Sanierung der Gebäudehülle", kritisierte der Vorstandsvorsitzende des Forschungsverbands der Baustoffindustrie (FBI), Georg Bursik. "Effizienz bedeutet, zuerst die Gebäudehülle zu sanieren sowie den Energieverbrauch zu senken und danach den Heizungstausch umzusetzen", so der Österreich-Chef des Baustoffherstellers Baumit. "Ohne konsequente Reduktion des Heizwärmebedarfs bleibt jeder Heizkesseltausch lediglich eine teure Symptombekämpfung."
(fd/apa)