Schwangere in Bauch getreten

Wien: Vergewaltigt und gequält

(12.03.2024) Im Mittelalter war es nicht schlimmer! Ein 30 Jahre alter, bereits elf Mal vorbestrafter Mann ist heute am Wiener Landesgericht zu 18 Jahren Haft verurteilt worden, weil er seine Ex-Freundin zwischen August 2022 und Juli 2023 fast täglich geohrfeigt, getreten, geschlagen, in der Wohnung gefangen gehalten und permanent kontrolliert haben soll. Auch der Vergewaltigung und sogar des versuchten Schwangerschaftsabbruchs ohne Einwilligung der Schwangeren (§ 98 StGB) wurde er für schuldig befunden.

Er soll der Frau im Juli 2023 im Wissen um ihre Schwangerschaft einen Kniestoß in den Bauch versetzt haben. Die Betroffene war zu diesem Zeitpunkt in der 38. Woche schwanger - das Kind verlor sie zum Glück nicht. "Wir haben keinen Grund, an den Angaben der Frau zu zweifeln", stellte Richter Stefan Apostol in der Urteilsbegründung fest. Und an den Angeklagten gewandt, fügte der Vorsitzende eines Schöffensenat hinzu: "Sie sind kein normaler Gewalttäter. Wenn wir das beim Namen nennen: Sie sind ein Psychopath. Sie sind ein gefährlicher Psychopath, der in eine geschlossene Anstalt eingesperrt gehört, damit die Öffentlichkeit vor Ihnen sicher ist."

Persönlichkeitsstörung

Zu diesen Feststellungen kam das Gericht aufgrund eines psychiatrischen Gutachtens, das den Angeklagten zwar für zurechnungsfähig befand. Der Sachverständige stellte eine Persönlichkeitsstörung fest, die den Mann gefährlich mache, sodass sich der Experte für den Fall einer Verurteilung für eine Unterbringung im Maßnahmenvollzug aussprach. Dieser Empfehlung folgte der Senat. Die Betroffene, die sich dem Strafverfahren als Privatbeteiligte angeschlossen hatte, bekam 20.000 Euro zugesprochen. "Dieser Betrag ist angesichts des Martyrium angemessen", stellte der Richter fest. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Der 30-Jährige protestierte bereits während der Urteilsverkündung ("18 Jahre? Ich gehe in Berufung!"), sein Verteidiger Erich Gemeiner meldete sodann Nichtigkeitsbeschwerde und Strafberufung an. Die Staatsanwältin gab vorerst keine Erklärung ab.

Rasend eifersüchtig

Die 28 Jahre alte Frau war 2021 mit dem Angeklagten eine Beziehung eingegangen. Diese war von Anfang an von Gewalt geprägt. Mitursächlich dafür dürfte die Eifersucht des Mannes gewesen sein. Seine Freundin durfte laut Anklage kein eigenes Handy benutzen und die Wohnung nicht mehr alleine verlassen. Der 30-Jährige soll ihr auch den Kontakt zu ihren Eltern und Freunden untersagt haben. Wenn sie keine Lust auf Sex hatte, wurde sie laut nicht rechtskräftigem Urteil mit Gewalt zur Duldung gezwungen, weshalb neben fortgesetzter Gewaltausübung (§107b StGB) mehrere Vergewaltigungen Bestandteil der Anklage und des Schuldspruchs waren.

Rückfällig und gefährlich

Bei der Strafbemessung war für den Gewalttäter "gar nichts mildernd", stellte der Richter klar. Erschwerend wurden demgegenüber "die massiv einschlägigen Vorstrafen" sowie der rasche Rückfall seit der letzten Verurteilung gewertet. Bei einer Strafdrohung von fünf bis 20 Jahren habe man "mit der Strafe nahe an die Höchststrafe gehen müssen", legte der Senatsvorsitzende dar.

Mutter auch beteiligt

Mit auf der Anklagebank saß die 50-jährige Mutter des Mannes. Ihr kreidete die Anklagebehörde Freiheitsentziehung und mehrere Körperverletzungen an. Sie soll die Freundin ihres Sohnes in der Wohnung über Stunden eingesperrt haben, wenn dieser nicht anwesend war und die junge Frau die Gelegenheit nutzen wollte, um ins Freie zu entkommen. Wenn sie nicht parierte, soll die 50-Jährige sie gemaßregelt haben. "Ich bin nicht schuldig", hatte die Frau beteuert. Gott sei ihr Zeuge, "dass ich nichts gemacht habe". Dessen ungeachtet wurde auch sie im Sinn der Anklage für schuldig befunden. Da sie bisher unbescholten war, kam sie mit acht Monaten auf Bewährung davon. Sie akzeptierte ihre Strafe, die Staatsanwältin behielt sich eine Rechtsmittelerklärung vor. Auch dieses Urteil ist damit nicht rechtskräftig.

(fd/apa)

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