Selbstheilende Flugzeuge
Neue Technik im Flugverkehr
(22.01.2026) In der Flugindustrie könnte es bald eine revolutionäre Neuerfindung geben. Ein US- Forschungsteam hat anscheinend einen neuen Weg gefunden, um die Lebensdauer von Flugzeugteilen zu verlängern. Mit dieser neuen Technik könnten Flugzeugbauteile weit über 100 Jahre halten, denn sie sollen sich selbst reparieren können.
Viele Schäden an Material
Der Rumpf und die Flügel eines Flugzeuges wurden früher aus Aluminium gebaut. Mittlerweile bestehen sie aber aus faserverstärkten Kunststoffen, oft sind das Glas- oder Kohlefasern. Das macht die Außenhülle des Flugzeuges zwar leichter, aber auch anfälliger für Schäden. Bei Flügen kommt es immer wieder zu Rissen in der Flugzeughülle, etwa bei Kollisionen mit Vögeln oder auch durch Hagel. Dadurch können sie sich auch voneinander lösen und müssen ausgetauscht werden.
Eine Forschungsgruppe rund um Jason F. Patrick von der North Carolina State University hat jetzt aber eine Möglichkeit gefunden, wie man die Risse einfacher reparieren könnte.
Flugzeugteile werden erhitzt
Damit sich die Fasern der Flugzeugteile nicht mehr voneinander lösen, hat das Forschungsteam das Material in ihrem Experiment um zwei Komponenten erweitert. Sie haben eine dünne Linie aus einem weiteren Kunststoff auf die Kohlefasermatte gedruckt, die dem Material seine Stärke gibt.
Der Kunststoff ist sehr hart und bindet die anderen Komponenten fest, kann aber fließen, wenn er heiß wird. Zusätzlich wurden zwischen die Fasermatten Heizdrähte aus Kohlefasern eingefügt. Danach wurden dem Bauteil ungefähr fünf Zentimeter lange Brüche zugefügt, um die Technik testen zu können. Anschließend wurde Strom durch die Heizdrähte geschickt, die dadurch erwärmt wurden und die Stränge aus dem zweiten Kunststoff erweichen sollten.
Das Ergebnis: Das erweichte Material konnte die Bruchkanten wieder verbinden, die kaputten Stellen reparieren und das Material hat seine Festigkeit zurückbekommen. Insgesamt 1000 Mal haben die Forscher das Experiment durchgeführt. Dabei konnten sie zwar feststellen, dass das Material zwar nur mehr 60 Prozent der ursprünglichen Stärke wiederherstellen konnte, das Ergebnis ist aber trotzdem positiv.
Heutige Flugzeugteile haben eine Lebensdauer von weniger als 40 Jahren und diese neue Technologie könnte dazu beitragen, dass weniger Baumaterial für den Flugverkehr benötigt wird. Ob und wie diese Technik unter realen Bedingungen funktioniert, muss aber erst noch getestet werden.
(ts)