Soldaten stark belastet

Pandemie hinterlässt Spuren

(23.01.2022) Österreichs Soldaten wurden in der Pandemie enorm gefordert und haben vielfältige Aufgaben übernommen. Kurzfristig mussten Bundesheerangehörige sogar ein Altenpflegeheim, in dem sich Corona massiv ausgebreitet hatte, betreuen. Die gestiegene Arbeitsbelastung spiegelt sich auch in einer jährliche erhobenen Mitarbeiterbefragung wieder. Sie zeigt, dass vor allem bei weiblichen Bediensteten die Belastung gestiegen ist. Befragt wurden insgesamt mehr als 25.000 Personen.

Seit 2016 findet einmal jährlich eine repräsentative Befragung der Bediensteten, Milizsoldaten und Grundwehrdiener des Bundesheeres statt. Die Auswertung der Datensätze führt zum Bericht "Soziales Lagebild". Laut diesem sank im zweiten Pandemie-Jahr 2021 die Zufriedenheit mit der Balance von Arbeit und Privatleben um zehn Prozent. Der Rückgang war vor allem unter jenen Bediensteten markant, die innerhalb der letzten zwölf Monate einen Inlandseinsatz absolviert haben.

Jedem dritten Bediensteten gelingt es nicht mehr, die Anforderungen von Berufs- und Privatleben gleichermaßen zu erfüllen und einen Ausgleich zwischen belastenden und erholsamen Tätigkeiten zu erreichen. Im Bereich der Kinderbetreuung bemängelt ein Drittel des Personals die unzureichenden Kinderbetreuungsangebote.

Gesunken ist auch die Zufriedenheit mit der Führung vor allem bei Berufssoldaten und Zivilbediensteten. Detailliert betrachtet sehen heuer vor allem weibliche Zivilbedienstete und die Altersgruppe der 31- bis 41-Jährigen die Führungsebene besonders kritisch. In Sachen Vorbildwirkung der direkten Vorgesetzten ist ein negativer Trend erkennbar. Mehr als vier von zehn Bediensteten bzw. jeder zweite Zivilbedienstete sehen den direkten Vorgesetzten nicht als echtes Vorbild.

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) lobte anlässlich der Publikation des Berichts die Leistungen der Soldaten: "Das Bundesheer ist durch seinen unermüdlichen Einsatz während der Pandemie sehr stark belastet. Ich bedanke mich für ihren Einsatz, der nun schon zwei Jahre dauert. Alle Kommandanten sind gefordert, durch Führung und Hilfestellung die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu unterstützen, zu entlasten und zu fördern."

(APA/CD)

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