Sonntagsöffnung in Wien?
GPA erteilt ÖVP Absage
(11.02.2026) Die Debatte um eine mögliche Sonntagsöffnung in Wien ist wieder da – und die Gewerkschaft GPA Wien macht sofort klar: Nicht mit uns.
Auslöser ist ein Vorstoß von Wiener ÖVP-Chef Markus Figl, der sich erneut für eine wienweite Sonntagsöffnung ausgesprochen hat. Die Gewerkschaft kontert nun mit einer deutlichen Stellungnahme.
GPA: „Beschäftigte und Konsument:innen lehnen das klar ab“
„Sowohl die Handelsbeschäftigten selbst als auch die Wienerinnen und Wiener lehnen eine Sonntagsöffnung klar ab“, sagt Bettina Wucherer, Geschäftsführerin der GPA Wien.
Und sie legt nach:
„Daran ändert sich nichts, egal wie oft man in Zeitungsinterviews danach ruft.“ Oder wie oft und lange es in Social-Media-Foren gefordert wird.
Laut Gewerkschaft werde in der Diskussion wieder einmal ein Punkt ignoriert: die Realität im Handel. Wucherer kritisiert, dass es keine ernsthafte Auseinandersetzung mit den Arbeitsbedingungen gebe – obwohl viele Beschäftigte ohnehin bereits unter Personalmangel, hohem Arbeitsdruck und häufigem Einspringen leiden.
„Während Mehreinnahmen durch eine Sonntagsöffnung alles andere als garantiert sind, stehen auf der anderen Seite reale Konsequenzen für die Beschäftigten.“
Die Gewerkschaft warnt vor:
- noch weniger Planbarkeit im Alltag
- mehr Belastung für Beschäftigte
- zusätzlichem Druck durch Personalmangel
Sonntag als letzter verlässlicher Familientag
Besonders betont die GPA, dass der Sonntag für viele Handelsangestellte der einzige verlässliche Tag für Familie, Freunde und Erholung sei. „Sonntagsarbeit bedeutet noch weniger Planbarkeit für jene, die schon jetzt unter häufigem Einspringen, Personalmangel und hohem Arbeitsdruck leiden.“ Ein weiterer Punkt: Kinderbetreuung. Denn Angebote für Betreuung am Sonntag seien in der Praxis kaum vorhanden.
„Wunsch eines Bezirksvorstehers – nicht der Bevölkerung“
Die Gewerkschaft sieht hinter dem Ruf nach Sonntagsöffnung keine breite Zustimmung, sondern politische Symbolik:„Der Ruf nach einer Sonntagsöffnung entspricht vielleicht dem Wunsch des Bezirksvorstehers, aber sicher nicht dem der Bevölkerung“, sagt Bettina Wucherer, Geschäftsführerin der GPA Wien.
(fd/apa)