Starke Frauen

Langer Ringfinger=mehr Kraft

(08.12.2021) Je länger der Ringfinger im Verhältnis zu ihrem Zeigefinger gewachsen ist, umso größer ist die Muskelkraft von Frauen. Das fanden Anthropologinnen der Universität Wien bei 125 Waldviertlerinnen heraus. Dies ist nämlich (genauso wie bei Männern) ein Zeichen, dass sie als Fötus im Mutterleib hohe Testosteron-Mengen konsumierten, die den Muskelaufbau fördern. Die Studie wurde im Fachjournal "Proceedings B" der Royal Society veröffentlicht.

Bei Männern identisch

Bei Männern haben Forscher schon in früheren Studien gezeigt, dass die Körperkraft vom Längenverhältnis des Ring- und Zeigefingers abhängt, weil es die "pränatalen Testosteronmengen" das ganze Leben lang dokumentiert. Testosteron ist unter anderem für den Aufbau von Muskelmasse verantwortlich.

Erste Studienergebnisse bei Frauen

Bei Frauen gab es bisher keine eindeutigen Studienergebnisse, so Nora Bäck, Katrin Schäfer und Sonja Windhager vom Department für Evolutionäre Anthropologie der Uni Wien. Sie vermuteten, dass die Untersuchungsgruppen dafür zu uneinheitlich waren und suchten daher junge Damen (im Alter von 19 bis 31 Jahren) aus dem, wie sie schrieben: "Einigermaßen von der dynamischen Entwicklung andernorts abgekoppelten" Waldviertel in Niederösterreich. Die Anthropologinnen achteten außerdem darauf, dass auch deren Eltern größtenteils aus jener Region stammten.

Finger-scann

Mit einem Scanner vermaßen sie die Ring- und Zeigefinger der Versuchsteilnehmerinnen und hießen sie anschließend, ein "hydraulisches Handdynamometer" mit maximaler Kraft zu betätigen. Das ist ein medizinisches Messgerät, das die Handkraft anzeigt, wenn man einen Griff zusammendrückt.

Starke Waldviertlerinnen

Umso länger bei den 125 Frauen aus dem Waldviertel und dessen nahem Umland der Ringfinger im Vergleich zum Zeigefinger war, umso stärker war im Schnitt ihre Handkraft, berichten die Forscherinnen. Es war dabei egal, wie viel Sport sie betrieben und ob sie Link-, Rechtshänderinnen oder beidhändig gleich geschickt waren. Demnach wirkt das "männliche Geschlechtshormon" Testosteron bei Frauen nicht anders auf die Muskelkraft, als bei Männern, meinen die Wissenschafterinnen.

(fd/apa)

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