Steht der Weltkrieg vor der Tür?
Oberst Reisner im Gespräch
(15.01.2026) Sind wir bereits mitten in einem neuen Weltkrieg – oder zumindest kurz davor? Diese Frage steht im Zentrum der aktuellen Folge des krone.tv-Podcasts „Message, Macht, Medien“, diesmal aufgezeichnet in der Theresianischen Militärakademie. Zu Gast ist Oberst Markus Reisner vom Österreichischen Bundesheer, einer der profiliertesten Militärexperten des Landes.
Die Antwort des Offiziers fällt deutlich aus:
„Wir sind in einer Vorphase einer globalen Auseinandersetzung, die sich im schlimmsten Fall weiter verschlechtern kann“, sagt Reisner im Gespräch mit krone.tv-Podcaster Gerald Fleischmann.
Globale Krisen als gefährliche Mischung
Die aktuellen Konflikte in der Ukraine, im Nahen Osten und in Asien sowie zunehmende Machtkämpfe um Rohstoffe und Handelswege seien laut Reisner keine isolierten Ereignisse. Vielmehr würden sie Teil eines größeren geopolitischen Gesamtbildes sein – mit ungewissem Ausgang.
Kriege würden heute nicht mehr ausschließlich mit Panzern und Raketen geführt. Eine immer größere Rolle spiele die Beeinflussung von Meinungen, erklärt der Oberst:
„Sie können heute auf Knopfdruck Milliarden Menschen erreichen.“
Gerade im Ukraine-Krieg sei Propaganda ein zentrales Instrument geworden, um Narrative zu setzen und die öffentliche Wahrnehmung zu steuern.
USA, China und die Neuordnung der Welt
Ob Venezuela, Grönland oder die Ukraine: Reisner sieht hinter vielen internationalen Spannungen vor allem das strategische Ziel der USA, China einzudämmen und eigene Einflusszonen zu sichern. Der oft geäußerten These, es gehe dabei primär um Rohstoffe, widerspricht er.
„Es geht um etwas viel Größeres – nämlich die Neuordnung der Welt“, so der Bundesheer-Experte.
Auch zu den immer wieder kolportierten Ansprüchen von US-Präsident Donald Trump auf Grönland nimmt Reisner Stellung. Eine unmittelbare militärische Eskalation sei derzeit zwar unwahrscheinlich, doch im Ernstfall hätte ein solcher Schritt massive Folgen.
„Das wäre das Ende der NATO“, erklärt Reisner – in Übereinstimmung mit der dänischen Premierministerin Mette Frederiksen.
Plädoyer für längeren Grundwehrdienst
Abschließend äußert sich der Oberst auch zum Endbericht der Expertenkommission des Bundesheeres, der Reformvorschläge zur Landesverteidigung enthält. Eine mögliche Verlängerung des Grundwehrdienstes hält Reisner für notwendig.
„Alles, was die Miliz stärkt, ist entsprechend zu unterstützen“, betont er.
Die vollständige Folge von „Message, Macht, Medien“ ist auf krone.tv abrufbar.
(fd/krone)