Stoppt Genitalverstümmelung!
Zahlen steigen wieder an
(05.02.2026) Weltweit sind nach Angaben von Hilfsorganisationen rund 230 Millionen Frauen und Mädchen von den Folgen weiblicher Genitalverstümmelung betroffen. Das sind etwa 30 Millionen mehr als noch vor zehn Jahren, wie die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) anlässlich des Welttags gegen weibliche Genitalverstümmelung am 6. Februar mitteilte. Das Problem gibt es seit langem, ein Ende des Irrsinns von Genitalverstümmelungen ist nicht in Sicht. Menschen könnten sich grundlegend auch an tierischen Verhaltensweisen orientieren. Praktizieren Tiere Genitalverstümmelungen? Nein! Warum also glaubt der Mensch, dass so was sinnvoll ist?
Besonders alarmierend: Der Eingriff wird zunehmend von medizinischem Fachpersonal vorgenommen. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geschieht dies mittlerweile bei jeder vierten Genitalverstümmelung.
Hilfsorganisationen warnen vor „Medikalisierung“
Diese sogenannte Medikalisierung berge die Gefahr, dass die Praxis gesellschaftlich legitimiert werde, warnt die DSW. Der Schaden für die Betroffenen sei jedoch unabhängig davon, ob der Eingriff von Laien oder medizinischem Personal durchgeführt werde. Studien deuteten sogar darauf hin, dass medizinisch vorgenommene Verstümmelungen zu schwereren Verletzungen führen könnten.
Einer aktuellen Analyse des Netzwerks „End FGM“ zufolge ist weibliche Genitalverstümmelung mittlerweile in mindestens 94 Ländern nachgewiesen. Dennoch verfügen nur 58 Staaten über Gesetze, die die Praxis ausdrücklich verbieten. Auch in Europa leben laut Schätzungen rund 600.000 Frauen und Mädchen mit verstümmelten Genitalien.
Lebenslange gesundheitliche Folgen
Weibliche Genitalverstümmelung wird meist an Mädchen vor der Pubertät vorgenommen und umfasst verschiedene Eingriffe an den äußeren Genitalien ohne medizinische Indikation. Zu den möglichen Folgen zählen starke Schmerzen, Infektionen, Komplikationen bei Schwangerschaft und Geburt sowie schwere psychische Traumata. Viele der gesundheitlichen Schäden seien lebenslang, betonen Hilfsorganisationen.
Die Vereinten Nationen haben sich das Ziel gesetzt, weibliche Genitalverstümmelung bis 2030 vollständig zu beenden. Nach Einschätzung der DSW ist dieses Ziel jedoch ernsthaft gefährdet. Derzeit seien jährlich rund 4,4 Millionen Mädchen von dem Eingriff bedroht – ohne zusätzliche Maßnahmen könnte diese Zahl weiter steigen.
Donald Trump ist mitschuldig.
Ein zentrales Problem sei die chronische Unterfinanzierung von Präventionsprogrammen. Nach dem Rückzug der USA aus entsprechenden UN-Institutionen seien andere Staaten besonders gefordert, ihre Unterstützung zu verstärken – darunter auch Deutschland.
(fd/apa)