Strafen für Ungeimpfte

Knapp 2 Millionen betroffen

(01.12.2022) Ungeimpft? Das spült dem Staat jetzt Geld in die Taschen. Gut 1,9 Millionen ungeimpfte Italiener müssen ab heute Strafe zahlen. Betroffen sind nicht geimpfte Bürger im Alter von über 50 Jahren, sowie das Personal einiger Berufsgruppen, für die in den vergangenen Monaten die Impfpflicht gegen das Coronavirus galt, darunter Sanitäter, Lehrer und Sicherheitskräfte.

Keine Rechtfertigung? Dann musst du zahlen

Gestern lief die sechsmonatige Zeit ab, die Nichtgeimpfte hatten, um zu rechtfertigen, warum sie nicht der Impfpflicht nachgegangen seien. Viele erklärten, sie seien im Zeitraum zwischen Jänner und dem 15. Juni, dem Tag an dem die Impfpflicht für 50-Jährige auslief, am Coronavirus erkrankt. Wer nicht erklären kann, warum er nicht drei Mal geimpft ist, muss jetzt eine Strafe von 100 Euro zahlen. Die Regionen mit den meisten Nicht-Geimpften im Vergleich zur gesamten Bevölkerungszahl sind Kärntens Nachbarregion Friaul-Julisch Venetien, die Apenninregion Abruzzen, sowie Kalabrien in Süditalien, berichteten italienische Medien.

Keine Impfpflicht für Sanitäter

Die italienische Regierung um die Rechtspolitikerin Giorgia Meloni hat im Oktober die Impfpflicht für Sanitäter abgeschafft. Gerüchte, laut denen sie die 100-Euro-Strafe aufheben wolle, wurden bisher nicht bestätigt. Meloni hat im Umgang mit der Corona-Pandemie neue Akzente gegenüber der Vorgängerregierung um Mario Draghi gesetzt und versprochen, dass es zu keinen weiteren Restriktionen kommen wird, obwohl die Zahl der Corona-Infektionen wieder steigt.

Verfassungsgericht beschäftigt sich mit Impfpflicht

Das Verfassungsgericht in Rom entscheidet am heutigen Donnerstag über die Rechtmäßigkeit der von der Vorgängerregierung eingeführten Impfpflicht und die Suspendierung von Arbeit und Gehalt für diejenigen, die sich nicht daran gehalten haben. Impfgegner demonstrierten im Namen der Freiheit zur Selbstbestimmung vor dem Verfassungsgericht. Etwa 50 Menschen, die aus ganz Italien angereist sind, beteiligten sich mit Plakaten und italienischen Fahnen an einem Sit-in. Zu ihnen zählten auch Personen, die eigenen Angaben zufolge schwere Gesundheitsschäden wegen der Corona-Impfung erlitten haben.

(fd/apa)

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