Strafsteuer für Betriebe?

WKO gegen Lehrlingspflicht

(10.02.2026) Die Diskussion um den Fachkräftemangel und die Ausbildung von Lehrlingen spitzt sich zu. Die Produktionsgewerkschaft PRO-GE fordert eine Strafsteuer für Betriebe ohne Lehrlinge. Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) reagiert darauf mit scharfer Kritik. WKÖ-Generalsekretär Jochen Danninger bezeichnet die Idee als „völlig fehl am Platz“.

WKÖ: Betriebe stehen massiv unter Kostendruck

„Die Betriebe werden aktuell von Kosten erschlagen. In dieser Situation eine neue Strafsteuer vorzuschlagen, verkennt die betriebliche Realität“, sagt Jochen Danninger. Er weist damit die Forderung der Gewerkschaft entschieden zurück.

Der Vorwurf, Unternehmen würden sich bewusst vor ihrer Ausbildungsverantwortung drücken, sei aus Sicht der WKÖ nicht haltbar.

Warum viele Betriebe keine Lehrlinge haben

Laut Wirtschaftskammer gibt es zahlreiche Gründe, warum Betriebe aktuell keine Lehrlinge ausbilden können:

  • Manche Unternehmen dürfen aufgrund ihrer Branche oder Gewerbeberechtigung gar nicht ausbilden.
  • Viele Betriebe finden keine ausbildungswilligen Jugendlichen und müssen die Lehre zeitweise pausieren.
  • 99,6 Prozent aller österreichischen Unternehmen sind Klein- und Mittelbetriebe.
  • 48,1 Prozent der Ausbildungsbetriebe haben derzeit nur einen einzigen Lehrling. Fällt dieser weg, scheint der Betrieb sofort als „nicht ausbildend“ auf.

Danninger dazu:

„Es wäre absurd, Betriebe dafür noch zu bestrafen, dass sie keinen Lehrling finden.“

Es fehlt an Jugendlichen, nicht an Lehrstellen

Die WKÖ untermauert ihre Kritik mit aktuellen Daten:

  • Seit 1980 gibt es in Österreich rund 220.000 weniger Jugendliche im Alter von 15 bis 19 Jahren.
  • Ende Jänner 2026 standen 17.564 offene Lehrstellen nur 13.507 Lehrstellensuchenden gegenüber.
  • Das Angebot an Lehrstellen übersteigt die Nachfrage deutlich.

Zudem seien die Lehrlingseinkommen in den vergangenen Jahren stark gestiegen, um die Lehre attraktiver zu machen. Gleichzeitig nehme der betriebliche Aufwand für Betreuung und Ausbildung zu. Die staatliche Lehrlingsförderung in Höhe von rund 280 Millionen Euro sei jedoch gedeckelt.

Mehrheit der Betriebe würde mehr Lehrlinge einstellen

Besonders deutlich fällt laut WKÖ eine weitere Zahl aus:
55 Prozent aller Betriebe – und sogar 74 Prozent der aktuell ausbildenden Unternehmen – würden sofort mehr Lehrlinge einstellen, wenn sie geeignete Bewerberinnen und Bewerber fänden.

Für Danninger ist daher klar, wo das eigentliche Problem liegt:

„Nicht der fehlende Wille der Betriebe ist das Problem, sondern der Mangel an geeigneten Jugendlichen.“

WKÖ fordert Unterstützung statt Strafsteuer

Die Wirtschaftskammer warnt davor, mit zusätzlichen Abgaben den Druck auf Betriebe weiter zu erhöhen. Ausbildungsbetriebe würden einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag leisten:

„Sie geben jungen Menschen Perspektiven, fördern Integration und gleichen Defizite aus. Dafür verdienen sie Respekt und Unterstützung – keine Strafsteuer“, so Danninger.

Sein Appell an Politik und Sozialpartner:

„Wir brauchen Maßnahmen, die Betriebe ermutigen und befähigen, auszubilden – nicht die Kostenkeule. Eine Strafsteuer würde keinen einzigen zusätzlichen Lehrling schaffen.“

Fazit: Lehrlingsmangel bleibt zentrale Herausforderung

Die Debatte zeigt einmal mehr: Der Fachkräftemangel und die sinkende Zahl junger Menschen stellen Österreichs Wirtschaft vor große Herausforderungen. Während die Gewerkschaft auf Druck setzt, fordert die WKÖ gezielte Unterstützung, neue Anreize und das Erschließen zusätzlicher Zielgruppen – statt neuer Abgaben für Unternehmen.

(fd/apa)

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