Strom wird günstiger

Auch EVN senkt die Preise

(23.01.2026) Nach Verbund senkt auch der niederösterreichische Versorger EVN ab 1. April den Strompreis. Am Freitag ist ein neuer und günstigerer Tarif von durchschnittlich etwa zehn Cent netto pro Kilowattstunde angekündigt worden. Er habe Gültigkeit für alle Bestands- und Neukunden und enthalte zusätzlich auch einen Rabatt für den Umstieg oder Neuabschluss, wurde in einer Aussendung mitgeteilt. Energie Steiermark will "im ersten Halbjahr" dämpfen. Wien Energie und Kelag verwiesen auf bereits erfolgte Senkungen.

Kunden könnten aktiv ihre Stromkosten noch weiter senken, da die EVN den Sommer-Netz-Arbeitspreis mit einem zusätzlichen Rabatt (für das Sonnenfenster in den Sommermonaten von 10.00-16.00 Uhr) verstärkt. "Wer jetzt spart, spart durch das bewusste Verschieben von Sommerverbräuchen doppelt", wurde Herwig Hauenschild, Geschäftsführer EVN KG, zitiert.

190 Euro Ersparnis für Durchschnittskunden

Vergleiche man den neuen Tarif mit jenem aus April 2025, ergibt das laut dem Versorger für einen Durchschnittskunden (3.500 kWh/Jahr) eine Ersparnis von etwa 190 Euro. Das entspreche rund 15,5 Prozent weniger Stromkosten jährlich.

Die Rekordinvestitionen der vergangenen Jahre und die neuen Rahmenbedingungen ermöglichten das Angebot. Es gebe vier Gründe, warum der "Garant Sonne" mit durchschnittlich zehn Cent netto pro kWh ab 1. April angeboten werden könne, so der Versorger. Basis dafür seien der bereits abgeschlossene, flächendeckende Smart-Meter-Rollout mit der Möglichkeit einer zeitgenauen Verbrauchsauswertung (15 Minuten-Werte), der seit Jahresanfang festgelegte, günstige Sonnenfenster-Arbeitspreis, neue IT-Systeme mit umfassenden Automatisierungsmöglichkeiten sowie die Regelungen des neuen Strommarktgesetzes, sagte EVN-Vorstand Stefan Stallinger.

Verbund war Vorreiter

Vor zwei Wochen hatte auch der Verbund ein Abschmelzen des Strompreises auf 10 Cent je kWh angekündigt. Ausgangspunkt war das Gesetz für günstigen Strom. Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner (ÖVP) verwies darüber hinaus auf eine "Senkung der Elektrizitätsabgabe und des Ökostrombeitrags, Dämpfung des Netzkostenanstiegs, Sozialtarif, Industriestrombonus und Industriestrompreis". Staatssekretärin Michaela Schmidt (SPÖ) geht davon aus, dass Verbund und EVN als "Positivbeispiele in den Bundesländern Schule machen werden".

Energie Steiermark: Preissenkung "noch im ersten Halbjahr"

Die Energie Steiermark plant vor dem Hintergrund der aktuellen Marktentwicklungen, "noch im ersten Halbjahr eine weitere Preissenkung umzusetzen". Entsprechende interne Berechnungen dazu würden gerade laufen, sagte Konzernsprecher Urs Harnik. Erst im Herbst 2025 hatte der steirische Landesenergieversorger den Strompreis um 25 Prozent auf 16,41 Cent/kWh (brutto) gesenkt.

Wien Energie und Kelag vorerst nicht

Wien Energie biete "seit mehreren Monaten Angebote auf in diesem günstigen Preisniveau" der EVN, so ein Sprecher gegenüber der APA. Vorigen Sommer sei ein Strom-Angebot mit einem Verbrauchspreis von 9,9 Cent pro Kilowattstunde netto und einjähriger Preisgarantie angeboten worden, das mehrere hunderttausende Kundinnen und Kunden in Anspruch genommen hätten. Mit Vertragsbindung liege man damit bereits unter 10 Cent/kWh netto. Auch die Kelag in Kärnten verwies auf eine Senkung im Oktober. Ein weitere sei derzeit nicht angedacht, hieß es auf Anfrage.

Die Energie AG Oberösterreich hat vorerst ebenso keine Preissenkungen geplant. Sie hatte zuletzt die Preisgarantie bei einem ihrer Tarife bis Ende Dezember 2026 verlängert. Bei einem Arbeitspreis von 12,42 Cent netto komme ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 kWh auf 490 Euro per anno (Energiepreis brutto), bei einem anderen Tarif auf 10 Cent bzw. 457,44 Euro.

Tiwag senkt Gaspreis

Ob bzw. wann der landeseigene Tiroler Energieversorger Tiwag eine Strompreissenkung plant, war noch nicht bekannt, hieß es vom Unternehmen zur APA. Beim Gas wurde dagegen eine Preissenkung in Aussicht gestellt. "Nach jetzigem Stand werden wir uns im Sommer mit dem Gaspreis deutlich nach unten bewegen", sagte Tigas-Geschäftsführer Georg Tollinger zur "Tiroler Tageszeitung" (Freitagsausgabe). Um wie viel der Preis sinken wird, wurde nicht bekanntgegeben.

(APA/JuF)

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