Studie: Schwere Covid-Verläufe

Genvariante entscheidend

(22.02.2021) Warum zeigen viele mit Corona infizierte Menschen kaum Symptome, während andere richtig schwer oder sogar tödlich daran erkranken? Diese Frage hat lange Zeit große Rätsel aufgeworfen. Jetzt haben Wiener Wissenschaftler herausgefunden, dass dafür das Fehlen bzw. nur teilweise Vorhandensein eines Rezeptors namens NKG2C bei den sogenannten Natürlichen Killerzellen (NK-Zellen) unseres Immunsystems dafür verantwortlich sein könnte.

Eine Forschergruppe aus dem Zentrum für Virologie der MedUni unter der Leitung von Puchhammer-Stöckl zeigte nun in Kooperation mit Ärzten aus der Wiener Klinik Favoriten, dass vor allem Menschen mit einem teilweisen oder gänzlichen Fehlen des NKG2C-Rezeptors schwere Verläufe entwickeln. Bei etwa vier Prozent der Bevölkerung fehlt aufgrund einer Gen-Variation der aktivierende Rezeptor NKG2C, bei rund 30 Prozent der Population ist der Rezeptor nur teilweise vorhanden.

„Dieser Teil der Immunantwort könnte daher auch ein wichtiger Angriffspunkt für Medikamente sein, die dabei helfen könnten, schwere Covid-19-Erkrankungen zu verhindern", sagt die Virologin Elisabeth Puchhammer-Stöckl.

"Besonders häufig war das Fehlen des Rezeptors bei Patienten, die mit Covid-19 auf Intensivstationen behandelt werden mussten, unabhängig von Alter oder Geschlecht. Auch genetische Variationen am HLA-E der infizierten Zelle waren mit der Schwere der Erkrankung assoziiert, wenn auch in geringerem Ausmaß", erklärte Puchhammer-Stöckl. Die aktuelle Studie, die kürzlich im Journal "Genetics in Medicine" erschienen ist, zeige daher die große Bedeutung der NK-Zellantwort im Kampf gegen die SARS-CoV-2-Infektion.

(MT/APA)

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