Studie: Ungesunde Nachtarbeit?
Schlechte Essgewohnheiten
(10.04.2026) Arbeiten in Nachtschichten ist laut einer aktuellen Umfrage häufig mit einem ungesünderen Ernährungsstil verbunden. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie mit 6260 Teilnehmenden aus insgesamt acht europäischen Ländern, darunter auch Österreich, gekommen. Bei häufiger Nachtschichtarbeit wird vermehrt zu zucker- und koffeinhaltigen Getränken gegriffen.
Ziel der Studie sei es, Unterschiede im Ernährungsverhalten, etwa in der Frequenz der Nahrungsaufnahme, in Abhängigkeit von der Nachtschichtbelastung (Vorgeschichte, Dauer, Häufigkeit) zu untersuchen. Daraus sollen mögliche Einflussfaktoren auf Essensfrequenz, Mahlzeitenzeitpunkt und Auswahl der Lebensmittel während Nachtschichtarbeit analysiert werden, so Urte Klink vom Institut für Public Health der Universität Bremen und ihre Co-Autor:innen im „BMC Nutrition Journal“.
Ergebnisse aus acht Ländern
Die Daten der Analyse wurden im Zeitraum zwischen Mai 2024 und Jänner 2025 mittels Online-Umfrage in insgesamt acht europäischen Ländern erhoben. Vertreten waren Österreich, Deutschland, Dänemark, Griechenland, Italien, die Niederlande, Polen und Spanien.
Laut den Autor:innen der Analyse nehmen aktuelle Nachtschichtarbeiter:innen im Vergleich zu Tagschichtarbeiter:innen signifikant häufiger Nahrung zu sich (1,21-mal so oft) und konsumieren häufiger zuckerhaltige (1,3-mal so oft) sowie koffeinhaltige Getränke (1,14-mal so oft). Zudem würden Nachtschichtarbeiter:innen geringere Mengen an Obst essen (Faktor 0,87).
Man sei zu dem Ergebnis gekommen, dass häufigere Nachtschichten und eine längere Dauer der Nachtarbeit zu einem ungünstigeren Ernährungsmuster beitragen. Bei Nachtarbeit werde die Ernährungsauswahl vermehrt durch Appetit, Zeit und Verfügbarkeit der Lebensmittel beeinflusst.
(apa/hb)