Superkeim entdeckt!

Wie gefährlich ist er wirklich?

(18.02.2026) Eine Entdeckung aus Rumänien sorgt derzeit für Aufmerksamkeit in der Wissenschaft: Forschende haben in einer Eishöhle einen Bakterienstamm identifiziert, der nach mehreren tausend Jahren im Eis wieder aktiviert werden konnte – und gleichzeitig gegen zahlreiche moderne Antibiotika resistent ist. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin „Frontiers in Microbiology“ veröffentlicht.

Gefunden wurden die Mikroorganismen in der Scarisoara-Höhle, rund 60 Kilometer von der rumänischen Stadt Cluj entfernt. Die Höhle gilt als außergewöhnlicher Ort: In ihrem Inneren befindet sich ein großer unterirdischer Eiskörper, der sich über Jahrtausende aufgebaut hat. Forschende untersuchten dort Eisproben, die bis in die Zeit der letzten Eiszeit zurückreichen.

Bakterien schlummerten in 5000 Jahre alter Eisschicht

Im Rahmen der Untersuchung bohrte das Forschungsteam rund 25 Meter tief in das Eis. Die entnommenen Proben liefern laut Studie Einblicke in eine Zeitspanne von rund 13.000 Jahren. Besonders brisant: In einer Schicht, die auf etwa 5000 Jahre datiert wird, fanden die Wissenschaftler einen Bakterienstamm, der trotz des extremen Alters noch lebensfähig war.

Der Stamm trägt die Bezeichnung Psychrobacter SC65A.3. Er gehört zu einer Gruppe von Mikroorganismen, die auf kalte Umgebungen spezialisiert sind. Dass solche Bakterien extreme Bedingungen überleben können, ist grundsätzlich nicht neu – bemerkenswert ist jedoch, wie lange sie in einer Art „Ruhezustand“ verbleiben können. Laut den Forschenden reduzieren diese Organismen ihren Stoffwechsel drastisch, um Kälte, Hitze oder Nährstoffmangel zu überstehen.

Resistenz gegen mindestens zehn gängige Antibiotika

Problematisch wird die Entdeckung vor allem durch eine Eigenschaft, die man eher von modernen Krankenhauskeimen kennt: Die Bakterien zeigten laut Studie eine Resistenz gegen mindestens zehn Antibiotika, die in der klinischen Praxis häufig eingesetzt werden.

Studienautorin Cristina Purcarea vom Institut für Biologie in Bukarest wurde in mehreren Medien mit den Worten zitiert, dass es sich dabei um Medikamente handle, die üblicherweise zur Behandlung schwerer bakterieller Infektionen verwendet werden. Genannt werden unter anderem Wirkstoffe, die bei Harnwegsinfektionen, schweren systemischen Infektionen oder auch im Zusammenhang mit Tuberkulose-Behandlungen eingesetzt werden. Damit rückt eine zentrale Frage in den Fokus: Wie kann es sein, dass Bakterien, die vor Jahrtausenden im Eis eingeschlossen waren, bereits Resistenzen gegen moderne Antibiotika besitzen?

Warum die Entdeckung Forscher alarmiert

Wissenschaftlich gilt Antibiotika-Resistenz nicht als rein modernes Phänomen. Viele Resistenzmechanismen existieren in der Natur schon seit sehr langer Zeit, weil Mikroorganismen seit Millionen Jahren in Konkurrenz zueinander leben – und sich dabei gegenseitig mit natürlichen „Antibiotika“ bekämpfen. Moderne Medikamente greifen oft genau diese natürlichen Mechanismen auf.

Die Sorge der Forschenden liegt daher weniger darin, dass diese uralten Keime sofort zu einer akuten Gefahr werden. Vielmehr warnen sie vor einem Szenario, das durch den Klimawandel wahrscheinlicher wird: Wenn immer mehr Eisflächen, Gletscher und Permafrostböden schmelzen, könnten alte Mikroorganismen freigesetzt werden, die über Jahrtausende isoliert waren.

Dabei könnten – so die Warnung – Resistenzgene über Austauschmechanismen in der Umwelt auch auf heutige Bakterien übergehen. Das würde das Problem der Antibiotika-Resistenzen weiter verschärfen.

Antibiotika-Resistenzen schon jetzt ein großes Problem

Dass Resistenzen längst nicht mehr nur ein Zukunftsszenario sind, zeigen aktuelle Zahlen: Laut Schätzungen des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) sterben in Europa jedes Jahr mehr als 35.000 Menschen, weil Infektionen nicht mehr ausreichend auf Antibiotika reagieren.

Die WHO bezeichnet Antibiotika-Resistenzen seit Jahren als eine der größten globalen Gesundheitsgefahren. Je häufiger Antibiotika eingesetzt werden – und je häufiger sie falsch oder zu kurz eingenommen werden – desto stärker steigt der Selektionsdruck auf Bakterien, widerstandsfähige Varianten zu entwickeln.

Kein unmittelbarer Alarm – aber ein Warnsignal

Trotz der dramatischen Schlagzeilen betonen Fachleute: Die Entdeckung in Rumänien ist kein Hinweis auf eine unmittelbare Gesundheitsbedrohung, sondern vor allem ein wissenschaftlich bedeutender Fund. Es gibt derzeit keine Hinweise, dass dieser konkrete Stamm bereits Infektionen ausgelöst hat oder sich aktiv verbreitet.

Die Studie zeigt jedoch, wie komplex Resistenzmechanismen sein können – und dass der Mensch nicht nur mit „modernen“ Problemkeimen zu tun hat, sondern möglicherweise auch mit biologischen Altlasten, die durch Umweltveränderungen wieder an die Oberfläche gelangen.

Uralte Bakterien könnten auch Chancen bringen

Neben der Warnung steckt in der Entdeckung auch Potenzial: Die außergewöhnlichen Eigenschaften solcher uralten Mikroorganismen könnten in der Forschung genutzt werden – etwa zur Entwicklung neuer Wirkstoffe, industrieller Enzyme oder biotechnologischer Anwendungen.

Studienautorin Purcarea betonte, dass gerade diese extremen Anpassungsfähigkeiten die Medizin und Biotechnologie inspirieren könnten. So könnte ausgerechnet ein Keim, der Resistenzen in sich trägt, langfristig auch Hinweise liefern, wie neue Antibiotika entwickelt werden können.

(fd)

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