Synagogen-Angriff in Graz

Verdächtiger festgenommen

(24.08.2020) Nach den Angriffen auf die jüdische Gemeinde in Graz hat die Polizei am Sonntagabend einen Verdächtigen festgenommen. Ein Polizeisprecher bestätigte auf APA-Anfrage entsprechende Online-Medienberichte. Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) verkündete via Twitter, dass zwei Beamte den Verdächtigen festgenommen hätten.

Der Mann wird für insgesamt sieben Delikte in Graz verantwortlich gemacht - darunter für den Anschlag auf den Präsidenten der Jüdischen Gemeinde. Außerdem geht es um Sachbeschädigungen durch Steinwürfe und Schmieraktionen, unter anderem auf die Synagoge Graz, in einem Fall soll er es auch auf ein Etablissement im Rotlichtmilieu abgesehen haben. Ersten Informationen aus dem Innenministerium zufolge zeigte sich der Mann geständig.

Die Einvernahme des am Sonntagabend festgenommenen Mannes, der verdächtig ist, den Anschlag auf den Präsidenten der Jüdischen Gemeinde Graz verübt zu haben, war in der Nacht noch im Gange. Details über die Aussage des Verdächtigen, seine Herkunft und Motivation würden wohl erst in den frühen Morgenstunden bekanntgegeben werden können, hieß es auf Anfrage der APA aus dem Innenministerium.

Laut Berichten der "Kleinen Zeitung" und der "Krone" soll es sich bei dem Festgenommenen um einen syrischen Staatsbürger handeln, der vor sechs Jahren nach Österreich gekommen ist. Der Mann soll auf einem Fahrrad unterwegs gewesen sein, als er von Beamten anhand der Fahndungsfotos erkannt wurde.

Nach dem tätlichen Angriff auf den Präsidenten der jüdischen Gemeinde hatten am Sonntagabend knapp 200 Frauen und Männer an einer Solidaritätskundgebung in Graz teilgenommen. Die Menschen zogen vom Hauptbahnhof zur Synagoge und sangen: "Schulter an Schulter gegen Rassismus". Die Kundgebung wurde von den Jüdischen österreichischen HochschülerInnen (JöH) organisiert und auch zahlreiche Regional- und Lokalpolitiker nahmen daran teil: Soziallandesrätin Doris Kampus (SPÖ), Kulturstadtrat Günter Riegler (ÖVP), die KPÖ-Stadträte Elke Kahr und Robert Krotzer, Grünen-Stadträtin Judith Schwentner und ihr Klubobmann Karl Dreisiebner, SPÖ-Chef Michael Ehmann und NEOS-Klubobmann Niko Swatek.

Auch die UNO verurteilte den antisemitischen Anschlag am Sonntag. Der antisemitische Angriff auf Rosen sowie der Vandalismus in der Grazer Synagoge seien "verabscheuungswürdige Verbrechen", so der Hohe Repräsentant für die Allianz der Zivilisationen der Vereinten Nationen (UNAOC), Miguel Moratinos, am Abend in einer Aussendung. Alle Formen von Gewalt gegen religiöse Stätten und Gottesdienstbesucher, unabhängig von ihrem Glauben und ihren Überzeugungen, seien nicht zu rechtfertigen, so Moratinos.

Am Montagfrüh findet im Innenministerium ein Treffen von Innenminister Karl Nehammer, Europaministerin Karoline Edtstadler (beide ÖVP), dem Präsidenten der jüdischen Gemeinde Graz, Elie Rosen, und dem Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, Oskar Deutsch, statt.

(APA/ap)

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