Teuerung: Run auf Sozialmärkte

"Sehr großes Schamgefühl"

(28.03.2022) Ansturm auf Österreichs Sozialmärkte! Durch die brutale Teuerung sind immer mehr Menschen im Land gezwungen, in Sozialmärkten einzukaufen. Schon durch die Corona-Pandemie haben die heimischen Sozialmärkte um 20 Prozent mehr Kundinnen und Kunden registriert, jetzt wird die Nachfrage noch größer.

Und es sind nicht nur die Ärmsten, die vorbeikommen – selbst Menschen, die bisher einigermaßen gut über die Runden gekommen sind, fragen jetzt an, so Wolfgang Brillmann, Geschäftsführer der “soogut“-Sozialmärkte:
"Es kommen wirklich alle möglichen Schichten, wie versuchen auch das aufzuweichen. Wir bieten beispielsweise einen Second-Hand-Bereich an, da kann jeder einkaufen. Auch die Restaurants in unseren Supermärkten sind für alle offen."

Die Entscheidung, in einem Sozialmarkt einzukaufen, fällt den meisten sehr schwer, so Brillmann:
"Das Schamgefühl ist wirklich enorm hoch. Es dauert sehr lange, bis sich jemand zu uns traut. Und wenn man dann doch zu uns kommt, dann oft versteckt und möglichst geheim. Vor allem im ländlichen Bereich bemerken wir das sehr stark."

Doch die Nachfrage nach den einfachsten Lebensmitteln ist riesig, so Brillmann:
"Nudeln, Reis, Öl, Zucker, Getreide - es sind die Grundnahrungsmittel, die benötigt werden. Besonders stark wird derzeit nach Obst und Gemüse gefragt, denn diese Produkte sind enorm teuer geworden."

(mc)

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