Thiem bei US-Open

Daumen halten!

Vier der fünf vergangenen Grand-Slam-Turniere hat er gewonnen, und auch für die am heute beginnenden US Open ist Novak Djokovic der Favorit. Der Wimbledonsieger, der sein Major-Titel-Konto zuletzt mit einem dramatischen Finalsieg über Roger Federer bereits auf 16 aufgestockt hat, wird auch in Flushing Meadows das Maß aller Dinge sein.

Der topgesetzte Serbe und der als Nummer 3 gereihte Schweizer könnten im Halbfinale der oberen Tableau-Hälfte neuerlich aufeinandertreffen. Geht alles nach Setzung, dann würde das zweite Halbfinale Dominic Thiem (AUT-4) gegen Rafael Nadal (ESP-2) lauten. Doch ehe es zu einer Wiederholung des unvergessenen Vorjahrs-Viertelfinales zwischen dem Niederösterreicher und dem 18-fachen Major-Champion Nadal kommt, muss Thiem einmal sein Fitnesslevel nach überstandener Verkühlung noch ordentlich steigern.

Zumindest könnte Thiem dank seiner Top-4-Setzung diesmal erst eine Runde später auf einen der "big three" prallen. Doch mit derartigen Spekulationen will sich auch Thiem selbst nicht beschäftigen. Er hielt ganz klar fest: "Nach meiner mühsamen Viruserkrankung kann man keine Wunderdinge erwarten, auch ich selbst setze mir keine Ziele wie ein Viertel- oder Semifinale. Ich kann in so einer Phase nur von Runde zu Runde schauen, alles andere wäre vermessen."

Zumindest hat Thiem keinen Spieler wie den starken, ungesetzten Kanadier Denis Shapovalov zum Auftakt erhalten. In Thomas Fabbiano, die Nummer 87 im ATP-Ranking, sieht auch Thiem-Manager Herwig Straka "ein machbares Los". Thiem jedenfalls will nun bis zu Beginn sein Trainings-Programm "auf ein Minimum reduzieren, um ab Montag körperlich bereit zu sein".

Spricht man von einem möglichen Durchbruch gegen die Phalanx der "großen Drei", dann fällt aktuell wohl jedem Tennis-Fan der Name des Russen Daniil Medwedew als erster ein. Mit nun drei Finali en suite in Washington, Montreal und dem Titel in Cincinnati hat sich der 23-Jährige nicht nur in die Top 5 katapultiert. Er gilt auch als "heißeste Aktie" auf der Tour, den aktuellen Major-Lauf von Djokovic, Nadal und Federer zu durchbrechen. Immerhin hat dieses Trio schon wieder die vergangenen elf Majors gewonnen, und könnte mit einem US-Open-Sieg das dritte Jahr en suite den Sieg sozusagen unter sich ausmachen. 54 Titel dieser nicht umsonst "big three" genannten Superstars von 65 Major-Events seit Wimbledon 2003 (Federer-Titel) sprechen Bände.

Medwedew ist nach seinem tollen Lauf in der nordamerikanischen Hartplatz-Saison zurecht als gefährlicher Außenseiter einzustufen. Allerdings hat er in den drei Wochen in Folge auch viel Kraft gelassen. Man darf gespannt sein, wie er mit seiner neuen Mitfavoritenrolle zurechtkommt.

Der Russe, der übrigens auch beim Erste Bank Open in Wien aufschlagen wird, hatte vor drei Wochen einen Vorstoß in die Top 5 nicht für möglich gehalten. "Das ist ein Riesenerfolg, ich habe vor drei Wochen erst die Top Ten erreicht. Jetzt bin ich Top Five, das ist großartig." Mit seinem Team wollte er an einem Plan arbeiten, wie er sich für die US Open am besten erholen kann. "Aber es gibt keine Gründe, warum ich für die US Open nicht bereit sein sollte."

Jedenfalls stellt er einen zuletzt kranken Thiem, einen die ganze Saison recht schwachen Alexander Zverev (GER-6), Kei Nishikori (JPN-7) und auch den griechischen Jungstar Stefanos Tsitsipas (8) in den Schatten.

APA

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