TikTok: Verbot abgewendet
Enge Verbindung zu Trump
(23.01.2026) Schon zu Beginn seiner zweiten Amtszeit hat Donald Trump deutlich Kritik an der chinesischen Videoplattform TikTok verübt. Im Jänner 2025 sperrte Bytedance, die Firma, der TikTok gehört, die Plattform in den USA sogar selbst. Sie war aber bereits nach ungefähr zwölf Stunden wieder benutzbar. Damals dankte Bytedance Präsident Trump für seine Mühen, die Plattform wieder für alle verfügbar zu machen, Trump selbst schrieb sich selbst zu, TikTok gerettet zu haben.
Dennoch ließ die Kritik an der Plattform nicht nach, die Sorge, dass Daten von Nutzerinnen und Nutzern aus den USA an China weitergegeben würden, blieb bestehen. Deshalb wurde vor gut einem Jahr ein Gesetz erlassen, dass Bytedance zumindest von der Krontrolle über das US-Geschäft trennen muss. Wenn das passiert, darf die Plattform weiterhin auch in den USA bestehen. Die zeitliche Frist, die Bytedance für die Umsetzung dieses Gesetzes einzuhalten hatte, wurde währenddessen immer wieder verlängert. Trump selbst war sehr entschlossen, TikTok in den USA in Betrieb zu halten.
Neuer Standort, neuer Chef
Jetzt liegen die meisten Anteile an der Plattform beim Gemeinschaftsunternehmen USDS (United States Digital Service). Chef Gemeinschaftsunternehmens soll Adam Presser werden, der bereits zuvor bei TikTok aktiv war. Bytedance hält nur noch 20 Prozent Anteile an TikTok in den USA. Bei den restlichen Investoren gibt es wenige Überraschungen. Beispielsweise ist der Software-Konzern Oracle und MGX aus Abu-Dhabi dabei. Vor allem bei Oracle, bei dem die Daten gelagert werden, sehen Kritiker Probleme. Denn die Firma wird von Larry Ellison kontrolliert, einem Unterstützer von Trump. Vor einigen Monaten kaufte seine Familie den Hollywood-Konzern Paramount mit dem dazugehörigen Sender CBS, daraufhin brachte auch die Nachrichtenstation freundlichere Berichterstattung gegenüber Trump.
Laut Angaben der US-Regierung bekam das Gemeinschaftsunternehmen eine Kopie der TikTok Algorithmus-Software. Diese soll nun mit Daten von US-Nutzerinnen neu angelernt werden. Kritiker warnen, dass dies aber nicht genug Sicherheit gebe. Doch die Zukunft von TikTok in den USA ist damit zunächst gesichert.
(ts)