Ukraine: Angriffe im Süden

VDB: "hinter Sanktionen stehen"

(26.07.2022) Russland hat nach Angaben Kiews erneut Ziele im Süden der Ukraine bombardiert. Die ukrainische Armee meldete am Dienstag "massive" russische Luftangriffe unter anderem auf den Hafen von Mykolajiw und in der Nähe der Schwarzmeerstadt Odessa. Präsident Wolodymyr Selenskyj veröffentlichte Videoaufnahmen von zerstörten Gebäuden in dem südwestlich von Odessa gelegenen Badeort Satoka. In der östlichen Region Donezk wurden unterdessen drei Zivilisten getötet. Satoka sei "ein ganz normales Dorf", schrieb Selenskyj. "Es gibt keine Stützpunkte und keine Truppen. Die russischen Terroristen wollten einfach nur schießen."

Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat in seiner Eröffnungsrede bei den Salzburger Festspielen davor gewarnt, angesichts der aktuellen Teuerung in Europa die Sanktionen gegen Russland aufzugeben. "Wir dürfen uns nicht spalten lassen!", so der Appell des Staatsoberhaupts. "Das ist der Preis unserer Freiheit. Und wenn wir nicht bereit sind, ihn zu erbringen, werden ihn unsere Kinder und Enkelkinder doppelt und dreifach bezahlen." Russland Präsident Wladimir Putin habe mit seinem Angriffskrieg auf die Ukraine das gesamte Modell unseres Zusammenlebens auf eine harte Probe gestellt. Diese "Auseinandersetzung zwischen Despotie und Freiheit" werde nicht in ein paar Wochen oder Monaten vorbei sein, sondern habe eben erst begonnen.

Das realistische Szenario sei, dass Putin den Krieg in der Ukraine fortführe und Gaslieferungen weiter drossle und möglicherweise sogar einstelle. "Darauf müssen wir uns vorbereiten. Und zwar jetzt." Seine Verantwortung sei es, das auch klar anzusprechen, so das Staatsoberhaupt. "Es liegen herausfordernde Jahre für uns, unser Gemeinwesen und für unsere demokratischen Institutionen vor uns."

Teuerung in vielen Bereichen

Die unmittelbaren Folgen würden auch Österreich in Form eines massiven Energie- und Teuerungsproblems auf die Probe stellen. Wenn hier jetzt nicht gehandelt werde, steuere man auf ein massives Entsolidarisierungsproblem und eine massive Gefährdung unserer Demokratie zu. Deshalb brauche es nun - national und europäisch - "Solidarität, Geschlossenheit und Entschlossenheit" und eine Besinnung auf die Stärken Europas. "Wir haben gemeinsam eine Gesellschaft und ein Lebensmodell geschaffen, das diese Welt unendlich bereichert. Das uns einzigartig und unübersehbar macht. Und besser ist als alles, was irgendein Despot anzubieten hätte."

(fd/apa)

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