Ukraine: Waffenruhe hält

In besetzter Stadt Oleschky

(27.10.2026) Die Waffenruhe um die von Russland besetzte ukrainische Stadt Oleschky hält nach Angaben des Präsidialamtes in Moskau. Es seien bisher keine Verstöße registriert worden, sagt Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Die Feuerpause soll die Lieferung von Hilfsgütern in und Evakuierungen aus der südukrainischen Frontstadt ermöglichen. In anderen Teilen der Ukraine gingen die Angriffe unterdessen weiter.

Das russische Verteidigungsministerium erklärte auf Telegram, der Beschuss in Richtung der ukrainischen Stadt Cherson, die gegenüber von Oleschky auf der anderen Seite des Flusses Dnipro liegt, sei ab 4 Uhr Moskauer Zeit eingestellt worden. Der Menschenrechtsbeauftragte des ukrainischen Parlaments, Dmytro Lubinez, bestätigte auf Facebook den Beginn der Waffenruhe. "Als Leiter des ukrainischen Verhandlungsteams erkläre ich, dass die ukrainische Seite ihren Verpflichtungen nachkommt", schrieb er.

Versorgung der Bevölkerung und Evakuierung von Zivilisten

Das Weiße Haus hatte die von US-First-Lady Melania Trump vermittelte Waffenruhe für Oleschky zuvor angekündigt. Die Feuerpause soll angesichts gravierender Engpässe bei Lebensmitteln, Wasser und Medikamenten die Versorgung der Bevölkerung, Hilfslieferungen und die Evakuierung von Zivilisten ermöglichen.

Kremlsprecher Dmitri Peskow hatte am Montag erklärt, Russland werde seine Angriffe trotz der für November in Aussicht gestellten Dreiergespräche mit der Ukraine und den USA fortsetzen. Die Wiederaufnahme der Verhandlungen bedeute "keine Einschränkungen für die Kampfhandlungen". Moskau schloss allerdings weitere örtlich begrenzte Waffenruhen aus humanitären Gründen nicht aus.

Seit 2022 besetzt

Oleschky liegt am Ufer des Dnjepr in der Region Cherson und ist seit 2022 von Russland besetzt. Von den ursprünglich rund 24.000 Einwohnern sollen sich noch 1.700 bis 2.000 in der durch die Kämpfe schwer beschädigten Stadt aufhalten. Frühere Bewohner der Stadt hatten der Nachrichtenagentur AFP Anfang des Jahres berichtet, dass die in der Stadt verbliebenen Menschen hungerten, es ihnen an Medikamenten fehle und sie die Stadt nicht ohne weiteres verlassen könnten.

Angriffe in anderen Landesteilen

In anderen Teilen der Ukraine gingen die Angriffe unterdessen weiter. Am Dienstagmorgen waren in der Hauptstadt Kiew einem Reuters-Augenzeugen zufolge neue Explosionen zu hören. Am Montag war bei einem russischen Raketenangriff auf Kiew mindestens ein Mensch getötet worden. Zehn weitere wurden den Angaben zufolge verletzt, darunter Studenten in einem Wohnheim. Auch in den Städten Charkiw und Pawlohrad gab es bei Angriffen Tote und Verletzte.

(APA/CD)

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