Unglück in Baltimore

Ermittlungen laufen an

(27.03.2024) Die Suche nach Vermissten wird jetzt bald eingestellt werden, die Ermittlungen nach der Unfallursache starten in Kürze! In der Stadt Baltimore im US-Bundesstaat Maryland ist am Dienstag eine über 2,5 Kilometer lange Autobahnbrücke weitgehend eingestürzt, nachdem sie von einem Schiff gerammt worden war. Autos stürzten in den darunter fließenden Patapsco. Zwei Überlebende zogen die Rettungskräfte bisher aus dem eiskalten Wasser. Einer von ihnen war in einem sehr ernsten Zustand, wie die lokalen Behörden mitteilten. Mindestens sieben Fahrzeuge seien in den Fluss gestürzt.

Aktuell würde noch nach sechs weiteren Menschen gesucht werden. Bei den beiden geborgenen Überlebenden soll es sich um Bauarbeiter handeln. Eine Person befände sich im Krankenhaus, wie der Verkehrsminister des Bundesstaats, Paul Wiedefeld, bei einer Pressekonferenz mitteilte. Es hätten sich zu dem nächtlichen Zeitpunkt Arbeiter auf der Brücke befunden, die Beton-Ausbesserungen vorgenommen hätten. Erste Notrufe erreichten die Polizei nach eigenen Angaben in der Nacht um 1.35 Uhr. Zunächst war die Rede von bis zu 20 vermissten Personen. Die Wassertemperatur liegt nur bei rund neun Grad Celsius.

Der Gouverneur von Maryland, Wes Moore, rief am Dienstag den Notstand aus. So können Hilfsmaßnahmen der Regierung von US-Präsident Joe Biden im nahe gelegenen Washington ermöglicht werden. Baltimores Bürgermeister Brandon Scott sprach von einer "unfassbaren Tragödie" und schrecklichen Bildern "wie aus einem Action-Film". Es müsse jetzt vor allem darum gehen, die Vermissten zu finden und den Betroffenen und ihren Familien beizustehen, sagte er bei einer Pressekonferenz.

Den Behörden zufolge gibt es absolut keine Hinweis auf Terrorismus. US-Präsident Biden erklärte, es gebe keinen Grund zur Annahme, dass das Unglück auf böse Absichten zurückzuführen sei. Am Dienstagnachmittag kündigte er dann in einer Pressekonferenz an, dass die Brücke so schnell wie möglich wieder errichtet werden soll. "Es ist meine Absicht, dass die Bundesregierung die gesamten Kosten für den Wiederaufbau übernehmen wird", sagte er. "Das wird eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen." Verkehrsminister Pete Buttigieg äußerte die Befürchtung, dass der Einsturz zu Lieferkettenproblemen mit Folgen für die gesamte USA führen wird.

Auf der Website Marine Traffic war zu sehen, dass unter der Brücke das unter der Flagge Singapurs fahrende Containerschiff "Dali" zum Halten gekommen ist. Beim Auslaufen aus dem Hafen habe der Antrieb des Schiffes ausgesetzt, berichtete ABC News unter Berufung auf als nicht geheim eingestufte Unterlagen des US-Geheimdienstes. Die Besatzung habe die Behörden in einem Notsignal darüber informiert, dass das Schiff manövrierunfähig sei.

Auf dem Schiff gab es nach Angaben der Besatzung ein Problem mit dem Strom. Das bestätigte der Gouverneur des US-Bundesstaates Maryland, Wes Moore, bei einer Pressekonferenz. Laut Moore wären dank des Notsignals Beamte in der Lage gewesen, den Verkehr zu stoppen, damit nicht noch mehr Autos auf die Brücke gelangten. Weitere Informationen zur Ursache gab es zunächst nicht. Moore betonte jedoch, die vorläufige Untersuchung deute auf einen Unfall hin. Videoaufnahmen in Onlinediensten zeigten den spektakulären Einsturz der beleuchteten Brücke in den Patapsco-Fluss. Erst stürzt der gerammte Brückenpfeiler ein, dann verzieht sich in einer Wellenbewegung die gesamte Stahlkonstruktion und stürzt abschnittsweise in den Fluss.

"Wir gehen davon aus, dass sich möglicherweise bis zu 20 Menschen sowie mehrere Fahrzeuge im Patapsco-Fluss befinden" sagte der Feuerwehrmann Kevin Cartwright im Fernsehsender CNN. Unter den verunglückten Fahrzeugen war seinen Angaben zufolge auch ein Sattelschlepper. Neben der Feuerwehr seien Rettungskräfte der US-Küstenwache und ein Taucherteam im Einsatz, um möglichst viele Überlebende aus dem Fluss zu bergen. Die Besatzung des Schiffs, das einen der Stützpfeiler gerammt hatte, war nach Angaben der Eigentümer wohlauf. Es gebe keine Verletzten auf dem Schiff, hieß es Dienstagfrüh (Ortszeit) in einer Mitteilung, die der "New York Times" vorlag. Die Eigentümer bestätigten demnach den Vorfall. Die Ursache der Kollision müsse noch ermittelt werden.

Kein Einzelfall

Ein Unfall dieser Art ist selten, aber weltweit betrachtet kein Einzelfall: Erst im Februar 2024 starben in der südchinesischen Provinz Guangdong fünf Menschen, nachdem ein Frachter eine Autobrücke gerammt und teilweise zum Einsturz gebracht hatte. In Brasilien stürzte im April 2019 eine fast 900 Meter lange Straßenbrücke über den Moju-Fluss ein, nachdem eine Fähre einen der massiven Pfeiler gerammt hatte. Im US-Bundesstaat Kentucky riss im Jänner 2012 ein mit Raketenteilen für die US-Luftwaffe und die Raumfahrtbehörde NASA beladenes Schiff eine mehr als 90 Meter lange Lücke in eine Straßenbrücke. Der Kapitän war eine falsche Route unter der Brücke gefahren, die nur für Wassersportler, nicht aber für schwere Schiffe ausgewiesen war.

(fd/apa)

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