Hat Putin Krebs?

Brisante Inhalte geleakt

(13.04.2023) Der Urheber der jüngst an die Öffentlichkeit gelangten US-Geheimdienstdokumente soll laut der "Washington Post" ein junger Mann sein, der auf einer US-Militärbasis gearbeitet hat. Er habe die Unterlagen als Abschriften mit einer von ihm geleiteten Chat-Gruppe auf der bei Videospielern beliebten Plattform Discord geteilt. Die "New York Times" berichtete unter Berufung auf die Dokumente, dass der Machtkampf in der russischen Führung weitreichender als bisher angenommen sei.

Demnach beschuldigt der Inlandsgeheimdienst FSB das Militär, das Ausmaß der Opfer auf russischer Seite zu verschleiern, so die Zeitung am Donnerstag. Das Militär schrecke weiter davor zurück, schlechte Nachrichten in der Befehlskette nach oben zu übermitteln, heiße es in dem Dokument. Der FSB wiederum stelle in Diskussionen mit der russischen Regierung die Zahlen des Verteidigungsministeriums infrage.

Zudem offenbarten die neuen Dokumente Details über einen öffentlich ausgetragenen Disput zwischen dem Chef der Wagner-Söldner, Jewgeni Prigoschin, und Verteidigungsminister Sergej Schoigu über angeblich vom Militär zurückgehaltene Munition für die Wagner-Truppe. Demnach soll Präsident Wladimir Putin persönlich versucht haben, den Streit zwischen beiden zu schlichten. Das Treffen soll am 22. Februar stattgefunden haben, heiße es in einem der Dokumente.

Aus den Dokumenten lassen sich laut dem Militäranalysten und Garde-Kommandanten des Österreichischen Bundesheers, Markus Reisner, auch Hinweise auf "gesundheitliche Herausforderungen" Putins ablesen. Es gebe demnach bei der Fortführung der Offensive der Russen "interne Querelen". Generalstabschef Waleri Gerassimow versuche offensichtlich, zu "sabotieren", berichtete Reisner am Donnerstag im Ö1-Morgenjournal. Ein guter Zeitpunkt dafür sei, "wenn Putin seine Chemotherapie bekommt".

Seit Wochen kursieren im Internet offensichtlich geheime Dokumente von US-Stellen zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. US-Medien berichteten kurz vor Ostern erstmals über das Leck um dieses sensible Material zu beiden Kriegsparteien, ohne die Dokumente selbst zu veröffentlichen. Das Investigativ-Netzwerk Bellingcat wies nach, dass sie teils nachträglich manipuliert wurden. Die US-Regierung bemüht sich um Aufklärung.

Die "Washington Post" schreibt am Donnerstag auf ihrer Seite unter Berufung auf zwei Mitglieder der Chat-Gruppe von "einem jungen, charismatischen Waffenliebhaber, der streng geheime Dokumente mit einer Gruppe weit verstreuter Bekannter teilte, die in der Isolation der Pandemie nach Gesellschaft suchten". In Folge seien die Ausspähung von Verbündeten aufgedeckt und die düsteren Aussichten für den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine enthüllt worden.

Der Mann sei ihnen als "OG" bekannt und habe erzählt, dass er auf einem Militärstützpunkt - wo er arbeitete - an die Dokumente gelangt sei, so die zwei Mitglieder laut "Washington Post". Dort habe er laut eigener Darstellung auch Teile des Tages in einer abgesicherten Einrichtung verbracht, in der Mobiltelefone und andere elektronische Geräte verboten gewesen seien, mit denen Fotos oder Videos gemacht werden können. Daher habe er die Dokumente zunächst abgeschrieben. Als sich das als zu mühsam erwiesen hat, hat er laut der Zeitung begonnen, Bilder der brisanten Papiere zu posten. Wie er diese machen konnte, war zunächst nicht klar. Mitte März habe "OG" jedoch aufgehört, Dokumente mit der Gruppe zu teilen.

Diese wurde der "Washington Post" zufolge im Jahr 2020 während der Corona-Pandemie gegründet. Ihre rund zwei Dutzend Mitglieder haben demnach ihre Vorliebe für Waffen, Militärausrüstung und ihren Glauben an Gott gemein. "OG" selbst sei kein Whistleblower, der Missstände aufdecken wolle. "Er ist kein russischer Agent. Er ist kein ukrainischer Agent", zitiert die Zeitung eines der Mitglieder, das mit der "Washington Post" gesprochen habe. Aber OG hatte demnach "eine düstere Sicht auf die Regierung". Die von der Zeitung befragten Mitglieder sagten, sie wüssten den richtigen Namen von "OG" und auch wo er lebe, wollten dies aber nicht verraten.

Reisner geht davon aus, dass die Dokumente inhaltlich weitgehend stimmen. Dies sei "eine fatale Situation für die USA". Aber die Auswirkungen seien weitreichender. Denn die Dokumente enthielten Hinweise, die die Situation der Ukraine "sehr prekär" darstelle. So habe die ukrainische Luftabwehr offensichtlich nicht ausreichend Flugkörper für ihre Fliegerabwehrsysteme zur Verfügung. Die Russen würden es zudem schaffen, den Einsatz von Präzisionsbomben, die die USA geliefert hätten, zu "stören" - und "offensichtlich" komme es auch beim Abwurf "zu Herausforderungen, die man kaum lösen kann. Und das kann ja auch unter Umständen kriegsentscheidend sein", so der Militäranalyst im Radiointerview.

(FJ/APA)

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