"Vereinte Patrioten"

Festnahmen und Razzien

(10.10.2023) Die Ermittlungen gegen die mutmaßliche Terrorgruppe "Vereinte Patrioten" erstrecken sich jetzt auf noch mehr Verdächtige. Polizisten durchsuchten am Dienstag in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Thüringen zahlreiche Wohnungen sogenannter Reichsbürger, die dem Umfeld der Gruppierung zugerechnet werden, und nahmen dabei insgesamt fünf Verdächtige fest.

Die Generalstaatsanwaltschaft München teilte mit, ein nun in Wolfratshausen festgenommener Beschuldigter habe sich bereit erklärt, sich an der von der Gruppe geplanten Entführung des deutschen Gesundheitsministers Karl Lauterbach (SPD) zu beteiligen und dafür in Kroatien Schusswaffen zu besorgen. Der 41-Jährige soll der Polizei schon länger bekanntgewesen sein. Er war nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur unter anderem wegen Volksverhetzung auffällig geworden. Der Haftbefehl gegen ihn wurde am Nachmittag durch den Ermittlungsrichter in Vollzug gesetzt.

In Baden-Württemberg durchsuchten Beamte der rheinland-pfälzischen Polizei die Wohnung eines Menschen, der im Verdacht steht, der Vereinigung einen Server für konspirative Kommunikation zur Verfügung gestellt zu haben. Außerdem soll er sich nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart an der Verwaltung einer geschlossenen Chatgruppe beteiligt haben. Ein weiterer Beschuldigter soll Mitglieder der Gruppe bei einem Treffen in die Bedienung von Funkgeräten eingewiesen haben. Außerdem werfen ihm die Ermittler vor, er habe in Chatgruppen zur Teilnahme an Zusammenkünften der Vereinigung aufgerufen.

Vorstellig wurde die Polizei auch bei drei mutmaßlichen Mitverschwörern in Rheinland-Pfalz. Einem 52-Jährigen aus dem Kreis Trier-Saarburg sowie einer 32-Jährigen aus dem Kreis Bad Dürkheim wird unter anderem die Unterstützung beziehungsweise Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen, wie die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz mitteilte. Eine Richterin ordnete Untersuchungshaft gegen die beiden Beschuldigte an. Darüber hinaus wird einer 53-Jährigen aus dem Kreis Bad Dürkheim vorgeworfen, von den Planungen gewusst, diese gebilligt und nicht angezeigt zu haben. Bei Durchsuchungen gegen die drei Beschuldigten wurden Mobiltelefone, andere Datenträger und Unterlagen sichergestellt.

Sturz der Demokratie

Die Ermittlungen zu den "Vereinten Patrioten" waren auch Ausgangspunkt für die Ermittlungen zu der Vereinigung um Heinrich XIII. Prinz Reuß gewesen, deren mutmaßliche Rädelsführer im Dezember 2022 verhaftet worden waren. Auch diese Gruppierung, der eine frühere AfD-Bundestagsabgeordnete angehört, soll vorgehabt haben, das politische System in Deutschland mit Waffengewalt zu stürzen und eine neue Regierung zu installieren. Auf die Vereinigung um Heinrich XIII. Prinz Reuß waren die Ermittler aufmerksam geworden, weil sie einen dort aktiven Ex-Soldaten auf dem Schirm hatten, der auch in die bereits zuvor aufgeflogenen Pläne zur Lauterbach-Entführung eingeweiht gewesen sein soll. "Reichsbürger" sind Menschen, die die Bundesrepublik Deutschland und ihre demokratischen Strukturen nicht anerkennen. Der Verfassungsschutz rechnete der Szene der "Reichsbürger" und "Selbstverwalter" 2022 deutschlandweit etwa 23.000 Menschen zu, 2.000 mehr als im Vorjahr.

(fd/apa)

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