Vermögen der Parteien
ÖVP-Schulden stark gestiegen
(05.01.2026) Eine Hiobsbotschaft für Kanzler und ÖVP-Parteichef Christian Stocker: Die finanziellen Probleme der Volkspartei haben sich im Super-Wahljahr 2024 massiv verschärft. Laut aktuellem Rechnungshofbericht sind die Schulden der ÖVP stark gestiegen, während andere Parteien ihre Bilanzen zumindest stabilisieren konnten. Besonders überraschend: Die KPÖ ist die mit Abstand vermögendste Partei Österreichs. Das berichtet die „Krone“.
2024 war für die Parteien ein Ausnahmejahr – mit EU-Wahl, Nationalratswahl sowie zwei Landtagswahlen. Zum zweiten Mal mussten die Parteien dabei ihre Vermögensbilanzen nach den seit 2022 geltenden Transparenzregeln offenlegen. Die nun veröffentlichten Rechenschaftsberichte des Rechnungshofs zeigen deutlich: Vor allem die ÖVP hat der intensive Wahlkampf finanziell schwer getroffen, wie die „Krone“ berichtet.
ÖVP: Schuldenberg wächst auf 9,36 Millionen Euro
Nach Jahren des Schuldenabbaus ist das sogenannte „negative Reinvermögen“ der Volkspartei wieder massiv angestiegen. Lag der Schuldenstand Ende 2023 noch bei 5,65 Millionen Euro, wuchs er bis zum Stichtag 31. Dezember 2024 auf 9,36 Millionen Euro an.
Allein die Bankschulden der Kanzlerpartei betragen mittlerweile 5 Millionen Euro, hinzu kommen weitere Verbindlichkeiten in Höhe von 3,26 Millionen Euro. Auf der Habenseite stehen Aktiva von rund 1,38 Millionen Euro, davon 386.000 Euro als Bankguthaben. Die Zahlen stammen aus dem Rechnungshofbericht, über den die „Krone“ berichtet.
SPÖ baut Schulden ab – einzige Partei mit Verbesserung
Besser lief es für die SPÖ: Trotz hoher Ausgangsverschuldung gelang es den Sozialdemokraten, ihr negatives Reinvermögen deutlich zu reduzieren – von 3 Millionen Euro auf 1,95 Millionen Euro. Damit ist die SPÖ laut Rechnungshof die einzige Partei, die Ende 2024 finanziell besser dasteht als ein Jahr zuvor, so die „Krone“. Die Bankschulden sanken von 4 auf 3,5 Millionen Euro, weitere Verbindlichkeiten und Rückstellungen belaufen sich auf 2,95 Millionen Euro. Dem gegenüber stehen Bankguthaben, sonstige Vermögenswerte und innerparteiliche Forderungen in Höhe von 4,5 Millionen Euro.
Auch die NEOS blieben zwar in den schwarzen Zahlen, der finanzielle Spielraum schrumpfte jedoch drastisch. Das Reinvermögen der Pinken sank im Laufe des Wahljahres von 3 Millionen Euro auf nur noch 27.600 Euro. Laut Eigenangaben verfügen die NEOS über ein Bankguthaben von 95.580 Euro, dem ein Bankkredit von 151.260 Euro gegenübersteht. Auch darüber berichtet die „Krone“ unter Berufung auf den Rechnungshof.
FPÖ finanziell am solidesten im Parlament
Am stabilsten präsentieren sich weiterhin die Freiheitlichen. Die FPÖ meldet Bankguthaben von 6,53 Millionen Euro, denen vergleichsweise geringe Verbindlichkeiten gegenüberstehen. Unterm Strich ergibt das ein Reinvermögen von 6,37 Millionen Euro. Allerdings ist auch bei der FPÖ ein Rückgang zu verzeichnen: Zu Beginn des Wahljahres 2024 lag das Reinvermögen noch bei 8,2 Millionen Euro, wie die „Krone“ festhält.
Grüne ebenfalls im Plus
Auch die Grünen bilanzieren weiterhin positiv. Sie weisen ein Reinvermögen von 1,21 Millionen Euro aus, bei relativ niedrigen Verbindlichkeiten von 139.000 Euro.
KPÖ überrascht mit 10 Millionen Euro Vermögen
Die größte Überraschung liefert jedoch die KPÖ. Obwohl sie nicht im Nationalrat vertreten ist, ist sie laut Rechnungshof die mit Abstand vermögendste Partei Österreichs. Die Kommunisten verfügen über ein Reinvermögen von 10,76 Millionen Euro. Der Großteil entfällt auf Grund- und Immobilienvermögen im Wert von 9,1 Millionen Euro. Zusätzlich kommen sonstige Finanzanlagen in Höhe von 1,97 Millionen Euro sowie ein Bankguthaben von 103.000 Euro hinzu. Auch diese Zahlen wurden von der „Krone“ veröffentlicht.
(fd)