Warum ist Sprit so teuer?

ÖAMTC: Preise unverständlich!

(09.02.2026) Trotz deutlich gesunkener Rohölpreise sind die Spritpreise in Österreich noch immer zu hoch – und der Mobilitätsclub ÖAMTC fordert fairere Weitergabe an die Autofahrer:innen. Besonders zu Jahresbeginn 2026 zeigte sich, dass Preisreduktionen an den Zapfsäulen nicht im gleichen Umfang ankommen wie die Rohölpreisrückgänge auf den Weltmärkten. Damit bleibt laut dem Club weiterhin Spielraum für günstigere Benzin- und Dieselpreise.

Rohöl fällt stark – Spritpreise nur leicht gesunken

Aktuelle Daten zeigen, dass der Brent-Rohölpreis im vergangenen Jahr um rund 28 % gefallen ist. Gleichzeitig sanken die Netto-Spritpreise (also ohne Steuern und Abgaben) in Österreich nur um etwa 11 %, was dem ÖAMTC zufolge nicht ausreichend an die Konsument:innen weitergegeben wird. Das kritisiert auch der ÖGB.

Laut fuel-prices.eu lag der durchschnittliche Literpreis für Superbenzin Anfang Februar 2026 bei rund €1,48, Diesel etwas darüber bei etwa €1,52 pro Liter – damit liegen die Preise zwar leicht unter dem EU-Durchschnitt, könnten aber bei weiter sinkenden Rohölpreisen noch deutlich günstiger sein.

Warum die Preise nicht stärker fallen

Der ÖAMTC kritisiert, dass Preisreduzierungen an den Zapfsäulen verzögert oder abgeschwächt passieren, während Preiserhöhungen bei steigenden Rohölkosten nahezu sofort weitergegeben würden – für viele Konsument:innen kaum nachvollziehbar. Laut dem Club trägt vor allem die Steuer- und Abgabenlast, die mehr als die Hälfte des Spritpreises ausmacht, zu dieser Entwicklung bei.

Größere Lösung auf EU-Ebene notwendig

ÖAMTC-Vertreter betonen, dass der Kraftstoffmarkt nicht isoliert in Österreich bewertet werden sollte. Internationale Preisnotierungen an den Börsen und der europäische Energiemarkt spielen eine zentrale Rolle bei der Preisbildung. Deshalb müsse das Thema auf EU-Ebene angegangen werden, um Markttransparenz und Wettbewerb zu stärken und Preisüberhöhungen zu verhindern.

Parallel dazu hat die österreichische Regierung angekündigt, eine Sonderprüfung der Preisentwicklung von Rohöl und Spritpreisen bis Ende des ersten Quartals 2026 durchzuführen. Die Preiskommission soll dabei ungerechtfertigte Preispraktiken identifizieren und für mehr Transparenz bei der Preisgestaltung sorgen.

Spritpreis-Tipps für Autofahrer:innen

  • Preise regelmäßig vergleichen – etwa über Apps und Online-Tools
  • Vor allem vor längeren Fahrten im In- oder Ausland günstiger tanken
  • Regionale Unterschiede nutzen: Preise sind nicht überall gleich hoch

Damit bleibt klar: Sprit könnte in Österreich noch günstiger sein – der Rohölpreis macht es möglich. Doch bis diese Senkungen klar bei den Tankstellen ankommen, ist weiterhin Wachsamkeit gefragt.

(fd)

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