Weißmann schlägt zurück
Anzeige gegen Anzeiger
(17.03.2026) Neue Eskalation rund um den Rücktritt des ehemaligen ORF-Generaldirektors: Roland Weißmann lässt eine Strafanzeige einbringen. Im Raum steht der Verdacht auf strafrechtlich relevantes Verhalten mehrerer Personen.
Strafanzeige nach ORF-Rücktritt angekündigt
Wie aus einer Aussendung hervorgeht, sieht Weißmann rund um die Ereignisse, die zu seinem Rücktritt geführt haben, mögliche strafrechtliche Relevanz. Sein Anwalt Norbert Wess bestätigte auf Nachfrage, dass eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Wien vorbereitet wird. Details zu den betroffenen Personen oder möglichen Tatbeständen wurden jedoch bewusst nicht genannt. Die Anzeige soll in Kürze eingebracht werden.
Auslöser: Vorwürfe einer Mitarbeiterin
Hintergrund der Causa sind Vorwürfe einer Mitarbeiterin gegen Weißmann. Diese hatte sich an die Spitze des ORF-Stiftungsrats gewandt und unter anderem den Rücktritt gefordert.
Laut Stiftungsratsvorsitzendem Heinz Lederer sei Weißmann daraufhin aufgefordert worden, vorgelegtes Material – darunter Bilder, Tonaufnahmen und Nachrichten – zu prüfen. Ein direkter Rücktrittsdruck wird von Seiten des Stiftungsrats bestritten.
Weißmann weist Vorwürfe zurück
Weißmann bestreitet die Vorwürfe entschieden. Er erklärte, die Beziehung zur betreffenden Frau sei „in beidseitigem Interesse“ gewesen. Zudem habe er bis heute keinen vollständigen Einblick in das vorgelegte Material erhalten. Weiters gab Weißmann an, vom ORF bislang nicht angehört worden zu sein und sich zum Rücktritt gedrängt gefühlt zu haben.
ORF setzt auf Aufklärung und Transparenz
Nach dem Rücktritt hat Ingrid Thurnher vorläufig die Leitung des ORF übernommen. Sie kündigte „volle Transparenz“ an und betonte, dass es im Unternehmen keine Form von Machtmissbrauch geben dürfe.
Der ORF-Stiftungsrat empfiehlt unter anderem:
- den Einsatz einer externen Firma zur Aufklärung
- die Einrichtung einer Taskforce zur Führungskultur
Die interne Compliance-Stelle soll sich mit den Vorwürfen befassen. Ob dies bereits erfolgt, ist derzeit offen.
Strobl weist Spekulationen zurück
ORF-Manager Pius Strobl wies zuletzt Spekulationen zurück, wonach er mit der Frau, die die Vorwürfe erhoben hat, in einer Beziehung stehe. Er sprach von „unsinnigen Theorien“ und kritisierte Versuche einer Täter-Opfer-Umkehr.
Unabhängig davon bestätigte Strobl, dass er eine bereits 2010 genehmigte Pensionsregelung einklagen müsse. Der ORF bestreitet diese Ansprüche weiterhin. Laut Ingrid Thurnher kamen externe Prüfungen zu dem Ergebnis, dass die Vereinbarung nicht wirksam zustande gekommen sei.
Politischer Druck wächst
Der von der FPÖ entsandte Stiftungsrat Peter Westenthaler fordert eine außerordentliche Sitzung des Gremiums. Er sieht schwerwiegende Vorwürfe gegen den Vorsitzenden Heinz Lederer, die rasch geklärt werden müssten. Lederer weist diese Vorwürfe zurück.
Causa ORF spitzt sich weiter zu
Die Entwicklungen rund um den ORF sorgen weiterhin für politische und mediale Spannungen. Mit der angekündigten Strafanzeige könnte die Affäre nun auch eine strafrechtliche Dimension erreichen.
(fd/apa)