Wintereinbruch: Toter in Linz
Völliges Schneechaos
(20.02.2026) Das Winterwetter hat am Freitag für große Probleme und in Linz sogar für einen Toten bei einem Unfall mit einem Räumfahrzeug gesorgt. Der Betrieb am Flughafen Wien in Schwechat wurde vorübergehend eingestellt. Ab 12.00 Uhr sollen wieder einzelne Starts möglich sein, ab 13.00 Uhr auch wieder Landungen, sagte Airport-Sprecher Peter Kleemann. In der Steiermark waren Freitagfrüh rund 30.000 Haushalte ohne Strom. Die Landeswarnzentrale gab für mehrere Bezirke einen "AT-Alert" aus.
In Wien gab es bis Freitagmorgen bei der Hohen Warte 17 Zentimeter Neuschnee, in St. Pölten waren es 18 Zentimeter in den vergangenen 24 Stunden. Die Wiener Außenring Autobahn (A21) war mehrere Stunden lang gesperrt.
20 Zentimeter Schnee am Airport Wien
"Wir empfehlen Reisenden, sich bei ihren Fluglinien über den Status ihrer gebuchten Flüge zu informieren", sagte Airport-Sprecher Peter Kleemann. Wenn Verbindungen abgesagt wurden, "ersuchen wir Passagiere, nicht zum Airport zu kommen". Ankommende Flüge wurden zu anderen Airports umgeleitet. Von Freitagfrüh bis 12.00 Uhr sind laut Plan 232 Verbindungen vorgesehen (112 ankommende, 120 abfliegende). 150 davon wurden gestrichen, weitere Ausfälle "sind nicht auszuschließen und es ist jedenfalls mit Verzögerungen zu rechnen", hieß es. Es werde "mit Hochdruck" daran gearbeitet, den Flugbetrieb so rasch wie möglich wieder aufzunehmen.
"Der Niederschlag hält seit den Nachtstunden durchgehend an, aktuell verzeichnen wir rund 20 Zentimeter Schneehöhe", berichtete Kleemann. Der Winterdienst sei seit Donnerstagabend "durchgehend im Einsatz" - rund 200 Mitarbeiter und über 100 Fahrzeuge sind seitdem mit Räumung und Enteisung beschäftigt. Etwa 1.000 Lkw-Fuhren mit insgesamt rund 15.000 Tonnen Schnee wurden in den vergangenen zwölf Stunden beseitigt.
Toter bei Unfall mit Räumfahrzeug in Linz
In Linz kam es im Stadtteil Ebelsberg zu einem tödlichen Unfall mit einem Räumfahrzeug, Details waren noch nicht bekannt. Im gesamten Bundesgebiet blieben auf den schneeglatten Fahrbahnen auf vielen Abschnitten Schwerfahrzeuge hängen und blockierten die Straßen, dazu kamen Unfälle. Von Kärnten bis nach Niederösterreich waren etliche Verbindungen nicht befahrbar, informierte der ÖAMTC in einer Aussendung. Geraten wurde, nicht notwendige Wege auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben.
Die seit 2.30 Uhr bestehende A21-Sperre wurde gegen 9.30 Uhr wieder aufgehoben. Auf der Westautobahn (A1) waren zwischen Loosdorf (Bezirk Melk) und dem Knoten Steinhäusl mehrere Lkw liegen geblieben, abschnittsweise war nur eine Spur befahrbar. Staus waren die Folge. Auch auf der Semmering Schnellstraße (S6) kam es wegen hängen gebliebener Lastwagen zu Behinderungen. Probleme gab es auch auf der Südautobahn (A2) und der Pyhrn Autobahn (A9).
Zu Verzögerungen kam es auch im Bahnverkehr: Auf der "neuen" Weststrecke konnten Züge im Bereich Tullnerfeld in Niederösterreich am Vormittag vorübergehend nur eingleisig fahren. Die Fahrzeugstörung wurde inzwischen behoben. Auf der "alten" Weststrecke zwischen Tullnerbach-Pressbaum und Unter Purkersdorf verursachte ein umgefallener Baum eine Oberleitungsstörung, ein Schienenersatzverkehr wurde eingerichtet. Zu Mittag sollte der Verkehr wieder aufgenommen werden können, teilte ÖBB-Sprecher Christopher Seif mit.
Helfer "im Dauereinsatz"
Rettungsdienst sowie Feuerwehr und Polizei seien seit Donnerstagabend "im Dauereinsatz", berichtete Philipp Gutlederer von Notruf NÖ. Es komme immer wieder zu Verkehrsunfällen im Schneetreiben. Die meisten davon ereigneten sich auf der Autobahn, auch Sattelzüge waren hier involviert.
Seit Donnerstagabend rückten in Niederösterreich 450 Feuerwehren zu 374 Einsätzen aus, sagte Klaus Stebal vom Landeskommando zur APA. Der Großteil davon entfiel auf den Süden des Landes, aber auch der Raum St. Pölten und der Bezirk Mödling waren stark betroffen.
In Teilen Niederösterreichs kam es zu lokalen Stromausfällen. Der Höhepunkt war in den späteren Morgenstunden, in denen für kurze Zeit etwa 6.500 Haushalte betroffen waren, teilte Netz NÖ mit. Am Vormittag waren noch rund 600 Kunden ohne Strom. Betroffen waren vor allem die Bezirke Neunkirchen und Wiener Neustadt.
Viele Einsätze in Wien
Der Wintereinbruch mit starkem Schneefall in Wien hat den Einsatzkräften viel Arbeit beschert. Von Donnerstagabend, 20.00 Uhr bis Freitag 8.00 Uhr verzeichnete die Berufsfeuerwehr 100 zusätzliche Einsätze aufgrund der Witterung. Hauptsächlich handelte es sich dabei um umgestürzte Bäume oder lose Äste, die eine Gefahr darstellen sowie Verkehrsunfälle oder hängen gebliebene Lkw, berichtete Sprecher Jürgen Figerl der APA. Massive Probleme gab es auch bei den Öffis.
So kam es bei allen Bussen und Straßenbahnlinien zu Verspätungen. Verzögerungen gab es auch bei den U-Bahn-Linien. Seit den Nachtstunden waren mehr als 200 zusätzliche Mitarbeiter mit 80 Räum-und Streufahrzeugen im Einsatz, informierten die Wiener Linien.
Rund 30.000 steirische Haushalte ohne Strom
In der Steiermark haben die starken Schneefälle - besonders der schwere, nasse Schnee - zu zahlreichen Schäden an Stromleitungen geführt. Die Energie Steiermark sprach Freitagfrüh von rund 30.000 Haushalten ohne Strom. Besonders die Süd-, Ost- und Weststeiermark sowie der Raum Graz waren betroffen. Die Energie Steiermark verwies darauf, dass an der Behebung der Stromschäden intensiv gearbeitet werde. Doch der Nassschnee dürfte wohl noch zu weiteren Schäden und damit zu Unterbrechungen führen. Gegen 8.30 Uhr waren mehr als 950 Trafostationen in der Steiermark nicht in Betrieb. Sogar zwei Hochspannungsleitungen waren von Schäden betroffen, was die Wucht der Schneemassen unterstreiche.
"Aufgrund des Ausmaßes der Schäden werden die Reparaturarbeiten das gesamte Wochenende über andauern. Alle verfügbaren Kräfte aus der Steiermark wurden am Donnerstagnachmittag in den Süden bereits mobilisiert", hieß es seitens des Landesenergieversorgers. Die Gefahr, dass weitere Stromleitungen geschädigt werden, dürfte wohl noch den ganzen Freitag anhalten. Am Vormittag fiel weiterhin sehr nasser Schnee.
Die steirischen Behörden haben gegen 8.20 Uhr eine Warnung via AT-Alert auf Mobiltelefone ausgegeben und vor umstürzenden Bäumen und abgebrochenen Ästen gewarnt. Auf nicht unbedingt nötige Autofahrten sollte verzichtet werden. Das betraf die Bezirke Hartberg-Fürstenfeld, Südoststeiermark, Leibnitz, Deutschlandsberg, Weiz sowie den Süden von Graz-Umgebung. Wälder und Parkanlagen sollten ebenfalls dringend gemieden werden.
Rotes Kreuz Steiermark muss Transporte ausfallen lassen
Der steirische Landesfeuerwehrverband informierte, dass erste Einsätze schon gegen Mitternacht verzeichnet wurden. Seit etwa 4.00 Uhr erfolgten Alarmierungen im "Minutentakt". Am späten Vormittag waren in der Steiermark rund 2.600 Feuerwehrmitglieder von 374 Wehren im Einsatz - nicht eingerechnet sind dabei die Zahlen aus Graz. Bis 9.30 Uhr seien 858 Einsätze erfasst worden, so Sprecher Thomas Meier.
Das Rote Kreuz Steiermark informierte Freitagfrüh, dass nicht zeitkritische Krankentransporte in den von der Behörde genannten Regionen vorübergehend nicht durchgeführt werden könnten. Zeitkritische Transporte - insbesondere Dialysefahrten, Strahlentherapien sowie medizinisch dringend erforderliche Fahrten - würden weiterhin uneingeschränkt durchgeführt - besonders Rettungs-und Notfallfahrten. Von Ausfällen betroffene Patientinnen und Patienten würden aktiv vom Roten Kreuz informiert.
Die Graz-Köflacher Bahn und Busbetrieb GmbH (GKB) teilte mit, dass die Linie S6 witterungsbedingt zwischen Wies-Eibiswald und Graz Hauptbahnhof ausfällt. Die Linie S61/Linie S7 war kurzfristig unterbrochen. Der Zugverkehr wurde aber wieder aufgenommen und sollte störungsfrei verlaufen - witterungsbedingte Folgebeeinträchtigungen seien aber weiter möglich. Auf den steirischen Autobahnen und Schnellstraßen gab es fast überall Verkehrsbehinderungen. Die Pyhrnautobahn (A9) war in der Früh zwischen dem Knoten St. Michael und dem Gleinalmtunnel gesperrt, weil mehrere Lkw hängengeblieben waren. Probleme gab es auf A9 auch bei Wundschuh und auch die Südautobahn (A2) bei Hartberg und Sinabelkirchen - teils wegen Bäumen, teils wegen hängengebliebener Fahrzeuge.
Einzelne Stromausfälle auch in Kärnten
Auch in Kärnten herrschte wegen der winterlichen Verhältnisse auf mehreren höher gelegenen Straßen Schneekettenpflicht. Hängengebliebene Lkw und Unfälle sorgten immer wieder für Verkehrsbehinderungen auf der Südautobahn A2 zwischen der Pack und Klagenfurt. In der Früh war auch die Karawankenautobahn A11 betroffen gewesen.
Wegen umgestürzter Bäume und hängengebliebener Fahrzeuge gab es laut Landesalarm- und Warnzentrale knapp 40 Feuerwehreinsätze im Bundesland. Bei der Stromversorgung gab es weiterhin punktuell Störungen. Rund 600 Kundenanlagen waren am Vormittag nicht versorgt, hieß es seitens der Kelag. Unterdessen war die Lawinengefahr in Teilen Kärntens auf Stufe 4 gestiegen.
Viele Einsätze auch im Burgenland
Der heftige Schneefall und Verwehungen haben im Burgenland für zahlreiche Einsätze der Feuerwehren gesorgt. Über 300 wurden seit dem Vortag gezählt, verteilt waren sie über das ganze Bundesland mit Schwerpunkt im Mittel- und Südburgenland, hieß es aus der Landessicherheitszentrale auf APA-Anfrage. Im Südburgenland kam es laut Burgenland Energie auch zu lokalen Stromausfällen, da Bäume oder Äste unter der Schneelast brachen und auf Stromleitungen landeten. Die Feuerwehren mussten Autos aus dem Straßengraben ziehen oder umgestürzte Bäume von den Fahrbahnen entfernen. Unfälle mit Verletzten wurden bis zum Vormittag keine verzeichnet. In Eisenstadt gab es im Frühverkehr kaum ein Weiterkommen. Die Bildungsdirektion Burgenland informierte in einem Schreiben, dass die Wetterbedingungen als Entschuldigung fürs Fernbleiben gelten. Der Betrieb in den Schulen muss jedoch aufrecht erhalten werden.
(apa/mc)