Wird WhatsApp kostenpflichtig?
Der Kronehit Faktencheck
(27.01.2026) Muss man künftig für WhatsApp bezahlen? Diese Frage sorgt derzeit für Aufregung im Netz. Berichte über ein angebliches 4-Euro-Abo lassen viele Nutzer befürchten, dass der beliebte Messenger bald kostenpflichtig wird. Doch ein genauer Blick zeigt: Die Wahrheit ist deutlich differenzierter.
Optionales Abo gegen Werbung geplant
Auslöser der Gerüchte sind Screenshots aus einer Android-Beta-Version von WhatsApp, die vom bekannten Leaker-Portal WABetaInfo veröffentlicht wurden. Darin ist erstmals ein Menüpunkt zu sehen, der ein kostenpflichtiges Abo für einen werbefreien Updates-Tab vorsieht.
Konkret geht es um den Bereich „Status & Kanäle“, in dem WhatsApp bereits seit 2025 in einzelnen Ländern Werbung testet. Nutzerinnen und Nutzer sollen künftig die Möglichkeit bekommen, diese Werbung gegen Bezahlung auszublenden.
WhatsApp bleibt kostenlos
Entgegen vieler Schlagzeilen wird WhatsApp nicht grundsätzlich kostenpflichtig.
Private Chats, Gruppen, Sprach- und Videoanrufe bleiben weiterhin kostenlos und werbefrei. Auch die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung privater Nachrichten bleibt unverändert bestehen.
Das geplante Abo wäre freiwillig und würde ausschließlich den Updates-Bereich betreffen. Wer keine Werbung sehen möchte, könnte diese Option künftig buchen – alle anderen können WhatsApp wie bisher gratis nutzen.
4 Euro nur ein Platzhalter?
In der Beta-Version ist ein Preis von rund 4 Euro pro Monat zu sehen. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine offizielle Preisfestlegung. Experten weisen darauf hin, dass Beträge in Testversionen häufig als Platzhalter dienen und sich bis zur Einführung noch ändern können.
Auch ist unklar, ob es ein einheitliches Preismodell geben wird oder ob der Preis je nach Land variiert. Einen konkreten Starttermin hat WhatsApp bislang nicht genannt.
EU-Regeln als Hintergrund
Der Hintergrund des geplanten Modells liegt in der EU-Regulierung für große Online-Plattformen. Diese verpflichtet Konzerne wie Meta dazu, Nutzerinnen und Nutzern eine Wahl zu geben: personalisierte Werbung oder eine kostenpflichtige, werbefreie Alternative. Ähnliche Abo-Modelle existieren bereits bei Facebook und Instagram, ebenfalls Meta-Dienste.
Kein radikaler Kurswechsel
Die Darstellung eines „Endes von WhatsApp, wie wir es kennen“, greift daher zu kurz. WhatsApp erzielt bereits seit Jahren Einnahmen – etwa über die WhatsApp Business API, die Unternehmen für Kundenkommunikation nutzen. Das geplante Abo wäre keine komplette Neuausrichtung, sondern eine zusätzliche Monetarisierungsoption.
Fazit
WhatsApp wird nicht kostenpflichtig. Geplant ist lediglich ein freiwilliges Abo, mit dem Nutzer Werbung im Status- und Kanalbereich ausblenden können. Preis und Starttermin sind bislang nicht offiziell bestätigt. Für die große Mehrheit ändert sich damit vorerst nichts: Chats, Anrufe und Gruppen bleiben gratis.
(fd)