Wort des Jahres: "Inflation"

Unwort "Energiekrise"

(01.12.2022) "Inflation" ist das Österreichische Wort des Jahres 2022. Die Wahl war heuer eher weniger durch originelle Ausdrücke gekennzeichnet, sondern vielmehr durch Themen, die die Österreicherinnen und Österreicher bewegen. Die Preissteigerungen sind für die meisten Menschen ein neues und ungewohntes Phänomen, das durch die hohen Energiepreise und den Ukraine-Krieg verursacht wird und den Lebensstandard vieler Menschen massiv senkt, begründete die Jury ihre Wahl.

Insgesamt wurden 12.051 Stimmen zur Wahl des österreichischen Wort des Jahres abgegeben. Die Abstimmung wird von einer Fachjury unter Leitung von Rudolf Muhr von der "Gesellschaft für Österreichisches Deutsch" (GSÖD) in Kooperation mit der APA - Austria Presse Agentur organisiert.

Das Wort "Inflation" erhielt 3.904 Stimmen. Mit knapp 1.000 Stimmen weniger (2.873) erreichte "Klimabonus" den zweiten Platz bei der Wahl zum Wort des Jahres.

Auf Platz drei landete das Wort "Korruption" mit 1.359 Stimmen. Ein nach der ÖVP benannter Untersuchungsausschuss sowie brisante Aussagen des ehemaligen Generalsekretärs des Finanzministeriums Thomas Schmid vor der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft haben viele Bürgerinnen und Bürger empört.

Auch das Unwort des Jahres 2022 spiegelt die Sorgen und Ängste der Österreicherinnen und Österreicher wider. Auf Platz 1 mit 2.596 von 7.835 abgegebenen Stimmen wurde "Energiekrise" gewählt. Zum Unwort wird es, da durch den ständigen Hinweis auf die Verknappung der Rohstoffe die unkontrolliert hohen Gewinne der Energiekonzerne beschönigt werden, so die Jury.

Zum Jugendwort des Jahres 2022 wurde "smash" gewählt. 2.999 der 10.421 Stimmenabgegebenen Stimmen entfielen darauf. Dieser Begriff wird vor allem als Verb ("smashen") benutzt und bedeutet so viel wie "mit jemandem etwas anfangen", "jemanden abschleppen" oder auch "mit jemandem Sex haben". Gleichzeitig scheint es einen Bedeutungswandel durchlaufen zu haben und als Adjektiv die Stelle von Verstärkungswörtern wie "geil", "super", "klass" einzunehmen.

Bundespräsident Alexander van der Bellen hat erneut zum Spruch des Jahres beigetragen. Mit 5.804 von 9. 538 Stimmen wurde "Das darf doch alles nicht wahr sein!" auf den ersten Platz gewählt.

Für den Unspruch des Jahres 2022 hat mit 3.807 von 9.073 Stimmen Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) gesorgt. "Wenn wir jetzt so weitermachen, gibt es für euch nur zwei Entscheidungen nachher: Alkohol oder Psychopharmaka!", meinte er im Juli in seiner Rede am Tiroler Landesparteitag und hat dafür auch Kritik aus den eigenen Reihen erhalten.

(mc/apa)

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