Zwölfjährige missbraucht

17 Tatverdächtige

(01.03.2024) Die Wiener Polizei hat am Freitag im Fall des mutmaßlichen sexuellen Missbrauchs einer Zwölfjährigen im Rahmen einer Pressekonferenz weitere Details bekanntgegeben. Demnach gelten 17 Personen als tatverdächtig, darunter zwölf minderjährige Burschen im Alter zwischen 14 und 18 und ein junger Erwachsener im Alter von 19. Zwei Verdächtige sind noch keine 14 Jahre alt, somit nicht strafmündig und können daher nicht strafrechtlich belangt werden. Zwei Täter sind noch unbekannt.

Die Beschuldigten und das Opfer hatten einander über einen der Verdächtigen kennengelernt, mit dem die damals Zwölfjährige zunächst Zärtlichkeiten ausgetauscht haben soll. Über diesen kam das Mädchen in Kontakt zu den weiteren Burschen, die einander alle aus Parkanlagen in Wien-Favoriten kannten. In weiterer Folge kam es zu sexuellen Kontakten mit dem unmündigen Kind, wobei sich diese mehrmals wöchentlich auf den Zeitraum Februar 2023 bis Juni 2023 erstreckt und in Parks, Stiegenhäusern, Toilette-Anlagen und Garagen und Adressen im zehnten Wiener Gemeindebezirk - der Wohnort des Mädchens und der meisten Verdächtigen - zugetragen haben sollen. Einmal wurde auch ein Hotelzimmer angemietet und das Mädchen laut Polizei von mehreren Burschen in sexuelle Handlungen verwickelt. Gewalt gegen die Betroffene dürfte in all diesen Fällen nicht ausgeübt worden sein. Allerdings sollen die Burschen gewusst haben, dass das Mädchen noch keine 14 war und ihnen die Vornahme von sexuellen Handlungen deshalb von Gesetzes wegen nicht erlaubt waren.

Im April soll das Mädchen von einem 16 Jahre alten, aus Syrien stammenden Jugendlichen allerdings mit Gewalt zur Duldung geschlechtlicher Handlungen gezwungen worden, berichtete Florian Finda, stellvertretender Leiter des mit den Ermittlungen betrauten LKA Süd. Ob es sich dabei um eine Vergewaltigung oder ein anderes Missbrauchsdelikt gehandelt habe, "obliegt der rechtlichen Beurteilung der Staatsanwaltschaft", sagte Finda. Dazu teilte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wien, Nina Bussek, auf APA-Anfrage mit, in diesem Fall werde wegen Vergewaltigung ermittelt. Grundsätzlich gehe es aber - bezogen auf die zwölf weiteren namentlich bekannten und strafmündigen Verdächtigen - um den Verdacht in Richtung schweren sexuellen Missbrauchs einer Unmündigen (§ 206 StGB) sowie die Herstellung von sexualbezogenem Missbrauchsmaterial eines Kindes im Sinn des § 207a StGB, betonte Bussek. Die Beschuldigten dürften die inkriminierten Handlungen teilweise gefilmt und sich über soziale Medien bzw. WhatsApp-Chats gegenseitig zugeschickt haben. Einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde das Material aber nicht. Eine zunächst medial kolportierte Gruppenvergewaltigung habe es eben so wenig gegeben wie Festnahmen und Hausdurchsuchungen, stellte Behördensprecherin Bussek ausdrücklich klar.

Das Mädchen - die Betroffene ist inzwischen 13 Jahre alt und österreichische Staatsbürgerin - hatte im Oktober in Begleitung ihrer Mutter und ihres festen, 13 Jahre alten Freundes eine Polizeiinspektion aufgesucht und von den zahlreichen Übergriffen berichtet. Es wurde eine Opferschutzeinrichtung beigezogen und in weiterer Folge Anzeige erstattet. Die Beschuldigten weisen unterschiedliche Nationalitäten auf: unter ihnen befinden sich Österreicher, Burschen mit türkischen Wurzeln, aber auch ein junger Italiener und ein junger Serbe. Sie sollen teilweise schon vorbestraft sein. In Bezug auf die Missbrauchshandlungen befindet sich aktuell keiner von ihnen in U-Haft.

Am 29. Februar wurden die 13 namentlich bekannten strafmündigen Verdächtigen zeitgleich zur polizeilichen Vernehmung gebracht und mit der Verdachtslage konfrontiert, "um ihnen keine Absprachen zu ermöglichen", wie Finda sagte. Die Beschuldigten - die allesamt bereits polizeibekannt waren - zeigten sich dabei nur teilweise geständig bzw. leugneten die Taten. Ein Bursch soll nicht mit der Polizei kooperiert haben - er wurde wegen Widerstands die Staatsgewalt vorübergehend festgenommen. Das Mädchen wird von einer Opferschutzeinrichtung und psychologisch betreut.

Die damals Zwölfjährige hatte im vergangenen Frühjahr regelmäßig die Schule geschwänzt und sich mit den Tatverdächtigen getroffen - meistens offenbar einzeln. Diese hätten das Mädchen "zu sexuellen Handlungen verleitet" und dabei "unter Druck gesetzt", die Zwölfjährige habe "keinen Ausweg gesehen und nachgegeben", berichtete Finda vor Journalistinnen und Journalisten. Ob das Mädchen auch mit aufgenommenem und abgespeichertem Filmmaterial erpresst wurde, konnte die Polizei nicht ausschließen. Die Mobiltelefone der Beschuldigten seien sichergestellt worden. "Die Auswertung ist noch nicht erfolgt, unsere Forensiker sind dran", teilte Ermittlungsleiter Finda dazu mit.

Die Polizei schloss nach derzeitigem Ermittlungsstand aus, dass es nach Erstatten der Anzeige weitere Übergriffe auf die nunmehr 13-Jährige, die bei ihrer Mutter lebt, gegeben hat. Grund dafür dürfte vor allem der feste, 13 Jahre alt Freund sein, mit dem das Mädchen laut Polizei in einer Beziehung lebt. Seit diesem Zeitpunkt habe die Betroffene "den Aufforderungen zu sexuellen Handlungen" aus der Täter-Gruppe "nicht mehr nachgegeben", hieß es seitens der Polizei.

Auf die Frage, wann mit dem Einbringen einer Anklage zu rechnen sei, verwies die Staatsanwaltschaft auf die noch nicht abgeschlossenen Handy-Auswertungen. "Das warten wir auf jeden Fall noch ab", meinte Behördensprecherin Bussek. In diesem Fall ist aus strafprozessualer Sicht keine Eile geboten, da keine Haftfristen zu beachten sind.

(mt/apa)

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