30 Euro für Venedig-Besuch?
Touristentickets bald teurer
(21.09.2026) Die Stadt Venedig prüft, die Zugangsgebühr für Tagestouristen künftig deutlich zu erhöhen. Nach einer dreijährigen Testphase soll die Abgabe ab 2027 eine dauerhaftere Struktur bekommen und möglicherweise an noch mehr Tagen eingehoben werden, sagte der für Haushalt und Steuern zuständige Stadtrat Michele Zuin laut der Tageszeitung "Il Gazzettino". Derzeit beträgt der Zugangspreis je nach Tag fünf bis zehn Euro.
Nach Ansicht Zuins reicht dieser Betrag zunehmend nicht mehr aus, um Tagestouristen an Tagen mit hohem Andrang von einem Besuch abzuhalten. "Die fünf bis zehn Euro sind mittlerweile für alle erschwinglich", sagte er. Ziel sei nicht, zusätzliche Einnahmen für die Stadt zu erzielen, sondern die Besucherströme besser zu steuern.
Betrag noch offen
Als mögliche neue Höhe nannte Zuin rund 30 Euro. Über den endgültigen Betrag müsse gemeinsam mit der italienischen Regierung und dem Parlament entschieden werden. Ein höherer Preis könne insbesondere Menschen davon abhalten, an besonders beliebten Tagen wie dem 1. Mai für einen Tagesausflug nach Venedig zu kommen.
Auch die Zahl der Tage, an denen der Zugangspreis eingehoben wird, könnte steigen. Bisher gilt die Regelung vor allem zwischen April und Juli. Im Gespräch ist eine Ausweitung auf März und September. Eine Entscheidung sei jedoch noch nicht gefallen. Auch die Hotellerie habe eine Ausweitung der Regelung angeregt.
Zuin betonte zugleich, dass eine Ausweitung zusätzliche Kosten verursache. Für Kontrolle, Betreuung und den Einsatz der Stadtpolizei müsse die Stadt zusätzliches Personal finanzieren. Die Einnahmen aus dem Tourismus sollten deshalb nach seinen Worten dazu beitragen, die Maßnahmen zur Steuerung der Besucherströme zu finanzieren.
Auch Ortstaxe erhöhen
Daneben erwägt Venedig eine Erhöhung der Ortstaxe, die für Übernachtungen in Hotels und in Ferienwohnungen gezahlt werden muss. Damit soll sich die Stadt stärker an anderen großen italienischen Städten orientieren. Für Hotels der höchsten Kategorie steht nach Angaben Zuins ein Höchstbetrag von acht bis neun Euro im Raum.
Die Stadt will mit den Maßnahmen den Massentourismus stärker steuern und zugleich die Lebensqualität der Einwohner schützen. Zuin sprach sich außerdem für neue Veranstaltungen aus, die die touristische Saison verlängern könnten, unter anderem am Lido. Eine endgültige Entscheidung über Höhe und Ausweitung des Zugangspreises steht noch aus.
(apa/mc)