32 Grad im Kreißsaal

Österreichs Spitäler unter Druck

(29.06.2026) Die anhaltende Hitzewelle sorgt jetzt auch für politische Diskussionen. Nach Angaben der Wiener ÖVP herrschten am vergangenen Wochenende in der Klinik Hietzing Temperaturen von bis zu 32 Grad im Kreißsaal und sogar mehr als 40 Grad im Eingangsbereich. Die Partei fordert nun rasche Maßnahmen zum Hitzeschutz in den Spitälern. Unterstützung kommt vom Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverband (ÖGKV), der verbindliche Temperaturstandards für Gesundheitseinrichtungen verlangt.

ÖVP-Gesundheitssprecherin Ingrid Korosec kritisiert die Zustände scharf und fordert Gesundheitsstadtrat Peter Hacker zum Handeln auf. Menschen, die im Krankenhaus behandelt werden oder ein Kind zur Welt bringen, hätten Anspruch auf erträgliche Temperaturen.

Korosec verweist außerdem auf die Klinik Donaustadt. Dort seien derzeit nur vier Bettenstationen klimatisiert. Aus ihrer Sicht brauche es neben kurzfristigen Maßnahmen wie Beschattung, Sonnensegeln und funktionierenden Außenjalousien auch langfristige Investitionen in spitalstaugliche Klimaanlagen mit Schwebstofffiltern sowie einen konsequenten Ausbau der Wiener Fernkälte.

Pflegeverband warnt vor Gesundheitsrisiken

Auch der Österreichische Gesundheits- und Krankenpflegeverband sieht dringenden Handlungsbedarf. Nach Einschätzung des ÖGKV ist das österreichische Gesundheits- und Pflegesystem auf immer häufigere und intensivere Hitzewellen nicht ausreichend vorbereitet.

Der Verband kritisiert, dass es bislang keine verbindlichen Temperaturobergrenzen für Krankenhäuser, Pflegeheime oder andere Gesundheitseinrichtungen gibt. Gerade während Hitzewellen steige die Zahl der Krankenhausaufnahmen wegen Kreislaufproblemen, Dehydrierung und hitzebedingter Erkrankungen deutlich an.

Forderung nach verbindlichen Hitzeschutzstandards

Der ÖGKV fordert deshalb bundesweit einheitliche und gesetzlich verbindliche Hitzeschutzstandards für Gesundheitseinrichtungen. Pflegekräfte und Patienten dürften nicht dauerhaft Temperaturen von über 30 Grad ausgesetzt sein.

Gabriele Wiederkehr, Gründerin des Think & Act Green Teams des ÖGKV, warnt davor, die zunehmenden Hitzewellen als Ausnahme zu betrachten. Was heute noch außergewöhnlich erscheine, werde künftig immer häufiger auftreten. Deshalb brauche es verbindliche Vorgaben statt freiwilliger Empfehlungen.

Hitzewelle belastet Österreich weiter

Die Debatte fällt in eine Phase außergewöhnlich hoher Temperaturen. In weiten Teilen Österreichs werden derzeit Tageshöchstwerte von deutlich über 30 Grad erreicht. Meteorologen rechnen auch in den kommenden Tagen mit einer anhaltenden Hitzebelastung, bevor voraussichtlich erst gegen Ende der Woche eine leichte Abkühlung einsetzt.

(fd/apa)

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