4 Jahre Krieg - kein Frieden?
2,6 Millionen Kinder betroffen
(17.02.2026) Vier Jahre nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ist laut dem UNO-Kinderhilfswerk UNICEF mehr als jedes dritte ukrainische Kind auf der Flucht. Insgesamt sind demnach fast 2,59 Millionen Kinder und Jugendliche vertrieben – entweder innerhalb des Landes oder ins Ausland.
Mehr als 1,7 Millionen Kinder im Ausland
Wie UNICEF am Dienstag mitteilte, wurden rund 791.000 Kinder und Jugendliche innerhalb der Ukraine vertrieben. Weitere 1.798.900 Minderjährige haben im Ausland Zuflucht gesucht. „Millionen Kinder und Familien haben ihre Heimat verlassen, um Sicherheit zu suchen“, erklärte Regina De Dominicis, UNICEF-Regionaldirektorin für Europa und Zentralasien. „Auch vier Jahre nach Beginn dieses unerbittlichen Krieges ist noch immer jedes dritte Kind auf der Flucht.“
Viele Kinder mussten sogar mehrfach fliehen. Laut einer aktuellen UNICEF-Umfrage gab jeder dritte Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahren an, mindestens zweimal aus seiner Heimat geflohen zu sein. Hauptgrund sei die Sorge um die eigene Sicherheit.
Zahl getöteter und verletzter Kinder steigt weiter
Seit Kriegsbeginn wurden laut UNICEF mehr als 3.200 Kinder getötet oder verletzt. Besonders alarmierend: Im Jahr 2025 stieg diese Zahl im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent.
Die anhaltenden russischen Angriffe auf Wohngebiete erschweren es Familien zunehmend, Schutz zu finden. „In vielerlei Hinsicht holt der Krieg diese Kinder immer wieder ein“, sagte De Dominicis.
1.700 Schulen zerstört oder beschädigt
Der Krieg hat auch das Bildungssystem massiv getroffen. Mehr als 1.700 Schulen und Bildungseinrichtungen wurden beschädigt oder zerstört.
Jedes dritte Kind kann laut UNICEF nicht mehr ganztägig am Präsenzunterricht teilnehmen – entweder wegen der Zerstörungen oder aufgrund der Gefahr erneuter Angriffe.
Neben der Bildung geraten auch andere grundlegende Dienste unter Druck:
- Angriffe auf Energieinfrastruktur
- Strom- und Heizungsausfälle bei eisigen Temperaturen
- Eingeschränkte Wasserversorgung
- Überlastete medizinische Einrichtungen
Gerade Babys und Kleinkinder seien besonders gefährdet – etwa durch Unterkühlung oder Atemwegserkrankungen.
Neben der physischen Gefahr wächst auch die psychische Belastung der Jugendlichen. Ständige Luftalarme, Schutzräume und Isolation hinterlassen tiefe Spuren. Eine aktuelle Umfrage zeigt: Jeder vierte Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahren verliert die Hoffnung auf eine Zukunft in der Ukraine. UNICEF warnt, dass Kinder dringend Sicherheit, Stabilität und langfristige Perspektiven brauchen – ebenso wie Investitionen in Bildung, Gesundheitsversorgung und soziale Programme.
Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen
Nach eigenen Angaben erreichte UNICEF im Jahr 2025 gemeinsam mit Partnern:
- 7 Millionen Menschen mit humanitärer Hilfe,
darunter 2,5 Millionen Kinder - Wiederaufbauprogramme stärkten soziale Dienste für rund 9,8 Millionen Menschen
Dennoch bleibt die Lage angespannt. Millionen Familien sind weiterhin auf internationale Unterstützung angewiesen.
(fd/apa)