700.000 Menschen häufig einsam
Caritas-Studie in Österreich
(16.01.2026) Hand aufs Herz: Fühlst du dich oft einsam? Falls ja, du bist damit nicht allein. Das zeigt jetzt eine neue Studie der Caritas. Laut dieser fühlen sich 700.000 Menschen in Österreich sehr häufig einsam. "Jeder vierte Mensch in Österreich wünscht sich mehr sozialen Austausch", sagte Caritas-Wien-Direktor Klaus Schwertner bei einer Pressekonferenz am Freitag in Wien. "Einsamkeit ist die stille Pandemie, die bleibt", konstatierte er und forderte einen Nationalen Aktionsplan dagegen.
Die Umfrageergebnisse wurden im Vorfeld des "Blue Monday" am kommenden Montag vorgestellt. Dieser dritte Montag im Jänner wird in der dunklen Jahreszeit oft mit Einsamkeit in Verbindung gebracht. 2023 wurde die Studie erstmals durchgeführt. "Einsamkeit hat sich auf einem hohen Niveau verfestigt", betonte Schwertner. Die Annahme, dass sich die Situation nach der Pandemie bessere, habe sich nicht bestätigt. "Der Anteil jener Personen, die aufgrund der Teuerung ihre sozialen Kontakte einschränken mussten, hat sich von 2023 bis 2025 beinahe verdoppelt", erläuterte Schwertner. So sei etwa der Kaffeehausbesuch für viele Menschen nicht mehr leistbar.
Forderung nach Nationalem Aktionsplan
Einmal mehr erneuert die Caritas ihre Forderung nach einem Nationalen Aktionsplan gegen Einsamkeit. "Wer Armut bekämpft, bekämpft auch Einsamkeit", sagte Schwertner. "Wir wünschen uns konkret einen Regierungsbeauftragten für das Thema", forderte er. Denn es brauche "ressortübergreifende Aufmerksamkeit gegen die stille Pandemie". Zudem brauche es auch bei uns ein Mindestalter für Social Media nach australischem Vorbild.
Auch wir bei kronehit haben uns im Psychotalk mit dem Thema Einsamkeit beschäftigt. Die Podcast-Folge findest du hier!
(mt/apa)