90-Milliarden für Ukraine

EU gibt grünes Licht

(22.04.2026) Nach monatelanger Blockade haben die EU-Staaten ein milliardenschweres Hilfspaket für die Ukraine freigegeben. Auslöser für die Einigung ist die Wiederaufnahme von russischen Öllieferungen über die wichtige Druschba-Pipeline. Gleichzeitig bringt die Europäische Union neue Sanktionen gegen Russland auf den Weg.

Durchbruch nach Streit um Öl-Lieferungen

Das Finanzpaket in Höhe von 90 Milliarden Euro war bereits im Dezember beschlossen worden, konnte jedoch bislang nicht umgesetzt werden. Grund war ein Veto Ungarns.

Die Regierung in Budapest hatte die Auszahlung blockiert, weil es Streit mit der Ukraine über den Transport von russischem Öl gab. Konkret ging es um die Druschba-Pipeline, eine der wichtigsten Versorgungsleitungen für Ungarn und die Slowakei. Nach ukrainischen Angaben war die Pipeline im Jänner durch einen russischen Angriff beschädigt worden. In der Folge wurden die Lieferungen gestoppt – mit direkten Auswirkungen auf Ungarn.

Pipeline repariert – Blockade beendet

Am Mittwoch nahm die Ukraine die Öllieferungen über die Druschba-Pipeline wieder auf. Kurz darauf gab Ungarn seinen Widerstand gegen das EU-Hilfspaket auf.

Damit konnten die Mitgliedstaaten die Auszahlung der Milliardenhilfe freigeben. Die zypriotische EU-Ratspräsidentschaft bestätigte die Einigung offiziell.

Neue Russland-Sanktionen geplant

Parallel dazu arbeitet die EU am nächsten Sanktionspaket gegen Russland – es wäre bereits das 20. Paket seit Beginn des Angriffskriegs. Die politischen Entscheidungen dazu sind gefallen, formell sollen sie in einem schriftlichen Verfahren abgeschlossen werden. Österreichs Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) begrüßte die Freigabe der Ukraine-Hilfe. Österreich stehe weiterhin „fest an der Seite der Ukraine“. Gleichzeitig sprach sie sich für weitere Sanktionen aus: Solange Russland den Krieg fortsetze, brauche es wirtschaftlichen Druck.

Bedeutung für Europa

Die EU sieht den Krieg in der Ukraine weiterhin als sicherheitspolitische Herausforderung für ganz Europa. Entsprechend hoch ist die politische Bedeutung der finanziellen Unterstützung.

Mit dem nun freigegebenen Paket soll die Ukraine unter anderem:

  • wirtschaftlich stabilisiert
  • beim Wiederaufbau unterstützt
  • und in ihrer staatlichen Funktionsfähigkeit abgesichert werden

Auswirkungen für Verbraucher

Direkte Auswirkungen auf Konsumentinnen und Konsumenten in Österreich oder der EU sind kurzfristig nicht zu erwarten. Indirekt könnten sich Entwicklungen jedoch weiterhin auf Energiepreise auswirken. Die Druschba-Pipeline ist eine zentrale Route für russisches Öl nach Mitteleuropa. Störungen oder politische Konflikte rund um diese Versorgung können Einfluss auf den Energiemarkt haben – und damit langfristig auch Preise für Treibstoffe oder Energie. Mit der Einigung auf das 90-Milliarden-Paket endet ein politischer Streit innerhalb der EU. Ausschlaggebend war letztlich die Wiederaufnahme der Öllieferungen nach Ungarn. Die Unterstützung für die Ukraine bleibt damit aufrecht – gleichzeitig verschärft die EU weiter den Druck auf Russland.

(fd/apa)

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