Abnehmspritze: Mangelernährung?

Wissenschaftler warnen

(12.02.2026) Die Abnehmspritzen mit Wirkstoffen wie Semaglutide oder Tirzepatide können überflüssige Kilos purzeln lassen. Doch laut wissenschaftlichen Untersuchungen droht bei Langzeitanwendung der sogenannten Inkretin-Mimetika auch Mangelernährung. Es geht dabei um Vitamine, die Eisenzufuhr, Kalzium und andere wichtige Nährstoffe.

Die deutsche Pharmazeutische Zeitung hat jetzt den Wissensstand zum Einfluss der weltweit bis hin zum Hype propagierten Abnehmmedikamente auf die Ernährungssituation der Betroffenen zusammengefasst. "Die sogenannten Abnehmspritzen mit Semaglutide, Liraglutide oder Tirzepatide wirken auf die Insulinfreisetzung, sie senken aber auch den Glucagonspiegel, drosseln die Magenentleerung und reduzieren den Appetit. Entsprechend nehmen Anwenderinnen und Anwender weniger Nahrung zu sich - und reduzieren ihre Energieaufnahme so um etwa 16 bis 39 Prozent", hieß es in dem Online-Bericht.

Geringere Energieaufnahme - Weniger Nährstoffe

Die geringere Energieaufnahme sei zwar zum Abnehmen erwünscht, gleichzeitig kann es aber auch zu einem Mangel an Mikro- und Makronährstoffen kommen. Das gelte vor allem für die empfohlene Langzeitanwendung der Arzneimittel. Dafür gebe es bereits zahlreiche wissenschaftliche Belege.

Die Apothekerpublikation: "So waren etwa in einer kleinen Untersuchung aus Texas mit Patienten, die sich auf eine Gelenkersatzoperation vorbereiteten, in der Gruppe, die zuvor GLP-1-RA (Inkretinmimetika; Anm.) zur Gewichtsreduktion angewendet hatte, 38 Prozent mangelernährt - gegenüber neun Prozent in der Kontrollgruppe." Die GLP-1-RA-Anwender hatten auch niedrigere Blutwerte von Albumin und Präalbumin, was auf eine unzureichende Ernährung und Eiweißversorgung hindeutet. Die Studie wurde in "Arthroplasty Today" im Oktober vergangenen Jahres veröffentlicht (DOI: 10.1016/j.artd.2025.101865).

Auch Durstgefühl unterdrückt

Vor wenigen Tagen ist in der Fachzeitschrift "Clinical Obesity" eine Übersicht der wissenschaftlichen Literatur mit Gesamtdaten aus sechs klinischen Studien mit fast 481.000 Probanden von mexikanischen Wissenschaftern erschienen. "Sechs Studien mit insgesamt 480.825 Erwachsenen erfüllten die Einschlusskriterien. Vitamin-D-Mangel war die häufigste Auffälligkeit und trat bei 7,5 Prozent der Patienten nach sechs Monaten und bei 13,6 Prozent nach zwölf Monaten auf. Eisenmangel war häufig; bei GLP-1RA-Anwendern lagen die Ferritinwerte (Eisenversorgung; Anm.) um 26 bis 30 Prozent niedriger als bei Patienten, die SGLT2-Inhibitoren (andere Klasse von Diabetesmedikamenten; Anm.) einnahmen. Mehr als 60 Prozent der Anwender nahmen weniger Kalzium und Eisen zu sich als empfohlen. Die Vitamin-D-Zufuhr betrug im Durchschnitt nur 20 Prozent der Empfehlungen. Protein- und Kalziummangel trugen zum Verlust an Muskelmasse bei, während Thiamin- (Vitamin B1; Anm.) und Cobalaminmangel (Vitamin B12; Anm.) im Verlauf der Zeit zunahm", schrieben Jorge Urbina und seine Co-Autoren von der Universität Guadalajara in Mexiko.

Menschen, die mit den neuen Abnehmmedikamenten behandelt werden, sollten also entsprechend diätetisch beraten und über die Risiken informiert werden. "Die GLP-1RA-Therapie ist mit relevanten Nährstoffmängeln verbunden. Eine gezielte Ernährungsbeurteilung und eine individualisierte Labordiagnostik können für Patienten mit erhöhtem Risiko für Mangelernährung angezeigt sein", schrieben die mexikanischen Wissenschafter (https://doi.org/10.1111/cob.70070).

Laut der deutschen Pharmazeutischen Zeitung gibt es bei Abnehmspritzen-Therapie aber auch noch ein zweites mögliches Problem: Die GLP-1-Rezeptoragonisten verringern auch das Durstgefühl. Das kann zusätzlich zu einer Dehydrierung führen.

(apa/mc)

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