"Austrian World Summit": Jubiläum

in der Hofburg

(16.06.2026) Mit dem Motto "We are unstoppable" und US-Ex-Vizepräsidentin Kamala Harris als Stargast hat der von Arnold Schwarzenegger initiierte "Austrian World Summit" (AWS) am Dienstag sein zehnjähriges Jubiläum begangen. Zu diesem Anlass meldete sich sogar - nicht am Programm vermerkt - Papst Leo XIV. mit einer Videobotschaft an die Teilnehmenden der Konferenz in der Wiener Hofburg. Den Anfang machte jedoch dessen Schirmherr, Bundespräsident Alexander Van der Bellen.

"Hat jemand von Ihnen etwas gegen Gletscher und möchte, dass sie verschwinden?", lautete die rhetorische Frage des Bundespräsidenten ans Publikum, um später die Antwort zu liefern: "Niemand ist für die Erderhitzung, niemand ist für die Klimakrise", da sei man sich einig, wie das eins und eins zwei ergebe. Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) appellierte in seiner Rede ebenfalls an die Einigkeit, die es in dieser "Zeit der Fragmentierung" benötige. Die Folgen der Klimakrise, von Dürre bis Überschwemmungen, seien aktuell spürbar. Die Energiewende sei jedoch nicht nur eine Frage des Klimaschutzes, sondern auch eine der Resilienz und der Versorgungssicherheit.

"Climate Action Hero" verweist auf gemeinsame Mission

Dann war aber der Initiator und von US-Moderator und Comedian Matt Iseman als "Climate Action Hero" angekündigte Arnold Schwarzenegger selbst an der Reihe. Standing Ovations begleiteten den 78-Jährigen auf seinem Weg auf die Bühne und seine Worte unterstrichen ebenfalls das Verbindende: Es gebe eine gemeinsame Mission, nämlich die Verschmutzung zu beenden ("terminate the pollution") - und das vereine etwa den konservativen Bundeskanzler Stocker mit dem grünen Bundespräsidenten Van der Bellen.

Schwarzenegger resümierte anlässlich des zehnjährigen Jubiläums dann, dass der AWS mittlerweile zu einer der erfolgreichsten Klimakonferenzen der Welt geworden sei. "Die grüne Energierevolution ist unaufhaltsam", so der einstige Gouverneur von Kalifornien. Erneuerbare würden inzwischen 50 Prozent der Energie weltweit ausmachen und diese Entwicklung zeige, was "unstoppable" bedeutet. Die Lösungen seien da, "hört auf zu hoffen, fangt an, etwas zu verändern", lautete sein Rat.

Gegenwärtige US-Regierung in der Vergangenheit

Dann wurde die Bühne mit Sitzgelegenheiten ausgestattet. Neben Schwarzenegger nahm US-Ex-Vizepräsidentin Kamala Harris, der frenetisch begrüßte Stargast, Platz. Warum sie hier war, erklärte der einst für die Republikaner angetretene "Terminator" damit, dass es eben um Zusammenarbeit ginge, und dass Harris ihre politische Rolle nicht als Demokratin, sondern als Dienerin des Staates erfüllt habe. Harris übte in ihrem Beitrag einerseits scharfe Kritik an US-Präsident Donald Trump und dessen Angriff auf den Iran, ging dann aber auch auf das eigentliche Thema ein. Bei der Debatte habe sich mit den Jahren einiges verändert, so Harris, denn "inzwischen ist bewiesen, dass Grüne Energie billiger ist. Früher mussten wir die Menschen überzeugen, nun müssen sie nur auf die Stromrechnung schauen."

Schwarzenegger ergänzte, dass die jetzige US-Regierung mit ihren Plänen, wieder "Energie aus Kohle zu pushen" zeige, dass sie "in der Vergangenheit lebe". Doch ohnehin würde die Energiewende nicht davon abhängen, wer gerade im Weißen Haus sitze. Und für jene, die vielleicht darüber rätselten, warum der "Climate Action Hero" mehr von Umweltverschmutzung ("pollution") spricht, als von einer Klimakrise, bekam zum Jubiläum die Antwort. Das Wichtigste für alle und insbesondere für Journalisten, Politiker oder Aktivisten, sei die Kommunikation. Im Gespräch mit Republikanern, so seine Erfahrung, erreiche man wenig, wenn man über den Klimawandel sprechen wolle. Daher sollte man mit ihnen die Umweltverschmutzung und die gesundheitlichen Folgen bekämpfen. Am Ende wären die Resultate ident, so Schwarzenegger und merkte an: "Let's get down to the facts".

Nach dem Dialog von Harris und Schwarzenegger kam dann die Überraschung des Summits per Videobotschaft zum Zug: Papst Leo XIV. rief zum vereinten Einsatz für Klima- und Umweltschutz auf, denn "die Umweltkrise ist 'kein isoliertes Problem, sondern vielmehr der ökologische Aspekt der gegenwärtigen sozioökonomischen Krise'", so der Papst, der dabei auf seine im Mai veröffentlichte Enzyklika "Magnifica Humanitas" verwies.

(mt/apa)

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