3,7 Mio. auf Frankreichs Straßen

Unfassbare 3,7 Millionen Menschen haben sich am Sonntag an den zahllosen Gedenkveranstaltungen in Frankreich beteiligt. Allein 1,6 Millionen davon waren in Paris auf den Straßen. Die Kundgebung im Gedenken an die Opfer des Islam-Terrors war die bislang größte in der Geschichte des Landes. In Paris waren auch hochrangige Politiker aus rund 50 Ländern dabei. Arm in Arm schritten sie durch die Stadt, um der 17 Terror-Opfer zu gedenken. Für Österreich waren Nationalratspräsidentin Doris Bures, Außenminister Sebastian Kurz und Innenministerin Johanna Mikl-Leitner dabei.

Angehörige unterschiedlicher Religionen haben sich demonstrativ die Hände gereicht. Unzählige Demonstranten haben Schilder mit der Aufschrift „Je suis Charlie“ hochgehalten. Mit diesen Worten setzen Menschen in Frankreich und anderen Ländern seit der Bluttat am Mittwoch ein Zeichen für Toleranz, Demokratie und Meinungsfreiheit.

Millionen von Menschen setzten gestern ein Zeichen gegen den Terror. Darunter auch tausende Muslime. Die Botschaft ist klar:

Nicht der Islam ist der Feind, sondern der Terrorismus.

"Ich bin hier, um zu zeigen, dass die Terroristen nicht gewonnen haben", heißt es zum Bespiel von der 34-jährigen Franko-Marokkanerin Zakaria Moumni. "Im Gegenteil, sie bringen die Menschen aller Religionen zusammen".

Angehörige unterschiedlicher Religionen haben sich demonstrativ die Hände gereicht. Dieser Mann sagt: "Ich hoffe, dies ist kein Strohfeuer, ich hoffe, hieraus wird etwas auf nationaler Ebene entstehen, ja auf internationaler Ebene! Ein Bewusstseinswandel, der die Dinge bewegen wird. Vielleicht ist es eine Utopie, aber ich will daran glauben."

9 Januar 2014

Es ist vorbei. Die Polizei in Paris hat mit dem Einbruch der Dunkelheit einen Zugriff auf die Druckerei gestartet. Offenbar höchst erfolgreich. Die beiden Attentäter von Charlie Hebdo sind tot, ihre Geisel hingegen lebt. Das liegt daran, dass die beiden Brüder wild um sich schießend nach draußen gestürmt sind, ihre Geisel zurückgelassen haben.

Auch in Paris haben wenig später die Einsatzkräfte ihre Offensive gestartet. Und auch in Paris ist die Geiselnahme damit beendet. Der Geiselnehmer ist tot, aber auch vier seiner Geiseln.

GEWALT - GEWALT - GEWALT

Eine Frage geht in diesen Stunden um die Welt – WARUM? Die Gewalt in Frankreich eskaliert und die Betroffenheit wird immer größer. Inzwischen wurde in Paris der Platz beim Eiffelturm gesperrt, auch in der U-Bahn soll es zu gewaltsamen Szenen gekommen sein. Frankreich könnten schön langsam die Polizisten ausgehen.

DIREKTER ZUSAMMENHANG

Jetzt ist klar: Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen den beiden Geiselnahmen in Frankreich. Nicht nur die beiden Attentäter von Charlie Hebdo haben sich ja mit einer Geisel verschanzt. In Paris hat ein Bewaffneter in einem Lebensmittelgeschäft fünf Geiseln genommen, darunter zwei Kinder. Es ist offenbar derselbe Mann, der gestern eine Polizistin erschossen hat. Meldungen wonach es zwei Todesopfer auch heute gibt, hat das französische Innenministerium mittlerweile zurückgewiesen. Aber der Geiselnehmer von Paris hat Forderungen gestellt. Er fordert freies Geleit für die Charlie-Hebdo-Terroristen.

WIEDER TODESOPFER?

In Frankreich gibt es möglicherweise die nächsten Toten zu beklagen. Bei einer zweiten Geiselnahme in einem Lebensmittelgeschäft in Paris sollen zwei Menschen gestorben sein. Ein Bewaffneter soll fünf Geiseln in seine Gewalt gebracht haben, bei der Schießerei sind die beiden Passanten getötet worden. Es wird vermutet, dass es sich um denselben Täter handelt, der gestern in Paris eine Polizistin nach einem Unfall erschossen hat. Außerdem gibt es einen Zusammenhang mit den beiden Attentätern von "Charlie Hebdo".

Geiseldrama

Nach einer wilden Verfolgungsjagd hat sich die Lage nun dramatisch zugespitzt: Die zwei Brüder, die am Mittwoch zwölf Menschen in einer Zeitungsredaktion in Paris erschossen haben sollen, sind von der Polizei in die Enge getrieben worden. Sie haben sich im Norden von Paris in der Nähe des Flughafens mit einer Geisel in einer Fabrikshalle einer Druckerei verschanzt. Es gibt bereits Verhandlungen mit den Terroristen. Sie wollen offenbar einen Märtyrertod sterben und das könnte vor allem für die Geisel gefährlich werden, berichten Medien vor Ort.

Flughafen dicht

Das Geiseldrama hat auch Auswirkungen auf den Flugverkehr. Der Flughafen Charles-de-Gaulle ist gesperrt. Zwei Flugzeuge haben im Landeanflug wieder durchstarten müssen, sie dürfen derzeit nicht landen.

9. Jänner 6:00

Die Jagd geht weiter! Nach dem Terroranschlag auf das Satiremagazin 'Charlie Hebdo' wird auf Hochtouren nach den beiden mutmaßlichen Attentätern gesucht. Sie sollen 12 Menschen erschossen und 11 weitere verletzt haben. Mehr als 88.000 Polizisten suchen die beiden Brüder nördlich von Paris. Jetzt ist auch klar: Einer der beiden hat eine mehrmonatige Terrorausbildung bei einem Al-Kaida-Ableger im Jemen durchlaufen, der andere sei im Vorjahr in Syrien gewesen. Zudem ist jetzt erst bekannt geworden, dass beide Brüder als Verdächtige auf einer Terrorliste der USA stehen, es war ihnen verboten in die USA einzureisen. Der amerikanische Geheimdienst untersucht jetzt, ob die Al-Kaida den Anschlag in Paris ausdrücklich angeordnet hat.

Angst vor Vergeltung

Unterdessen bleibt es in Paris unruhig, Frankreichs Muslime fürchten sich vor Vergeltungsschlägen. Seit Mittwoch ist es zu mehreren Anschlägen gekommen. Moscheen und Gebetsräume wurden beschossen, vor einen Kebabrestaurant gab es eine Explosion. Muslime in Österreich zeigen sich besorgt.

Solche vermeintlichen Rache-Aktionen spielen den Terroristen nur in die Karten, Carla Amina Baghajati, Sprecherin der Islamischen Glaubensgemeinschaft:
"Wir müssen jetzt ganz fest zusammenhalten, als EINE Gesellschaft, in der Vielfalt der Religionszugehörigkeiten. Die Terroristen, die reiben sich jetzt die Hände, wenn solche Unruhen um sich greifen, denn das könnte ihnen verunsicherte Muslime erst recht in die Arme treiben! Jede Racheaktion bringt nur eine weitere Eskalation von Hassgefühlen und die Terroristen wollen nichts lieber, als wenn junge Muslime sagen: Naja egal was wir tun, wir werden eh nicht verstanden. Jeder hasst den Islam, also gehen wir einfach gleich zu den Extremisten."

Obamas Eintrag im Kondolenzbuch

Nach dem Anschlag in Paris drückt US-Präsident Barack Obama den Franzosen sein Mitgefühl aus. Dazu schreibt er in ein Kondolenzbuch in der französischen Botschaft in Washington:

Im Namen aller Amerikaner drücke ich den Menschen in Frankreich nach dem Terroranschlag in Paris unser aufrichtiges Beileid und tiefe Verbundenheit aus. Als jahrhundertealte Verbündete stehen wir zusammen mit unseren französischen Brüdern, um sicherzustellen, dass der Gerechtigkeit Genüge getan wird und unsere Art zu leben geschützt wird. Wir gehen gemeinsam voran in dem Wissen, dass Terror nicht mit Freiheit und Idealen, für die wir einstehen, zusammenpasst. Ideale, die die Welt zum Strahlen bringen. Vive la France! - Barack Obama

8. Jänner 19:00:

EINGEKREIST - Sind die Täter von Paris gefunden? Aktuellen Meldungen zufolge sollen Polizisten die Attentäter von Charlie Hebdo eingekreist haben. Die Brüder sollen sich in einem Haus verschanzt haben, in einem Ort rund 80 Kilometer nordöstlich von Paris. Weil sie einen Personalausweis im ersten Fluchtauto vergessen hatten, konnten die beiden ja relativ schnell identifiziert werden

Die Polizei führt in der betreffenden Region auch Hausdurchsuchungen durch, heißt es.

FAHNDUNG AUF HOCHTOUREN

Ein Tankstellenbesitzer in Nordfrankreich will sie gesehen haben. Hier siehst du die Tankstelle, an der die Täter waren.

AUFSTEHEN

Wir lassen uns nicht unterkriegen! Das soll die Botschaft nach dem Anschlag in Paris auf die Satirezeitung "Charlie Hebdo" sein. Nächsten Mittwoch soll die Wochenzeitung mit einer Auflage von einer Million Exemplaren erscheinen, das wird jetzt bekannt.

TRAUER

Nach wie vor ist Frankreich in Trauer. Nachdem sich am Abend hunderttausende Menschen im ganzen Land zu Kundgebungen versammelt haben, trauern auch heute tausende Menschen an öffentlichen Plätzen, etwa vor der Pariser Notre Dame.

NOCH EIN ANSCHLAG

In Paris droht die Lage zu eskalieren. Es gibt einen zweiten Anschlag im Süden der Stadt. Ein bisher Unbekannter hat mit einem Maschinengewehr das Feuer auf Polizisten eröffnet. Eine Beamtin kommt dabei ums Leben, ein Straßenkehrer wurde schwer verletzt. Und der schreckliche Anschlag auf die 'Charlie Hebdo'-Redaktion gießt auch wiederum Öl in die Flammen der Islam-Kritiker. Im Osten von Paris hat es bereits mehrere Angriffe auf Moscheen gegeben. Heute Früh hat sich eine Explosion ereignet, verletzt wurde niemand.

Erste Festnahmen

In Paris hat sich nach dem Anschlag auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" ein 18-jähriger Verdächtiger der Polizei gestellt. Es soll sich um einen den Behörden bekannten Dschihadisten handeln. Es gibt zudem bereits sieben Festnahmen, ein ganzes Netzwerk soll ausgehoben worden sein. Tausende Polizisten fahnden aber weiter nach den zwei Haupttätern. Laut den Beamten wird nach zwei Brüdern im Alter von 34 und 32 Jahren gesucht, die beide im islamistischen Milieu aktiv sein sollen. Die Männer haben gestern in der Redaktion der Zeitung ein Blutbad angerichtet und zwölf Menschen erschossen, darunter auch zwei Polizeibeamte, einer davon ist selbst Moslem. Ahmed Merabet sollte das Gebäude bewachen und war gerade auf Patrouillengang, auch er wird einfach niedergemetzelt. Die Welt ist geschockt.

Auch US-Außenminister John Kerry meldet sich zu Wort:
"Wir stehen euch in Solidarität und mit vollem Einsatz bei. Und zwar als ein Land, das ebenso mit Extremismus konfrontiert ist. Und auch weil unsere beiden Länder immer schon etwas verbindet, das Extremisten regelrecht fürchten: Freiheit!"

Regelrechte Exekution

Es war der schwerste Terroranschlag in Frankreich seit Jahrzehnten. Zwölf Menschen wurden getötet, elf weitere zum Teil schwer verletzt. Laut Augenzeugenberichten sind gestern mindestens zwei schwarz vermummte Männer mit Kalaschnikows in die Redaktionsräume von 'Charlie Hebdo' gestürmt. Die Angreifer hätten die Anwesenden zunächst nach ihren Namen gefragt und Männer von Frauen getrennt, bevor sie das Feuer eröffnet hatten. Der Anschlag sei kein wahlloses Um-sich-Schießen gewesen, sondern eine regelrechte Exekution.

  • Unter den Toten sind acht Journalisten, ein Gast, der Leibwächter des Chefredakteurs Stephane Charbonnier und ein Mitarbeiter am Empfang.

  • Auf der Flucht haben die Täter noch auf ein Polizeiauto gefeuert und den bereits verwundeten, auf dem Boden liegenden Polizisten Ahmed Merabet getötet. Sie sind mit mindestens zwei Autos geflohen. Im Nordosten von Paris haben sie einen Autofahrer überfallen und das Fahrzeug gewechselt.

  • Die Angreifer haben sich selbst als Al-Kaida-Kämpfer bezeichnet, sie wollten den Propheten rächen, heißt es. Das französische Satire-Blatt hatte in der Vergangenheit mehrfach mit Mohammed-Karikaturen provoziert.

Trauerkundgebungen

Mehr als 100.000 Menschen haben gestern Abend in ganz Frankreich bei Trauerkundgebungen der zwölf Todesopfer des Anschlags auf das Satire-Magazin ‚Charlie Hebdo' gedacht. Auch in Wien hat es eine Trauerkundgebung gegeben.

Der Schock sitzt auch bei den Kollegen in Österreich tief. Wer Satire macht, müsse sich vorsichtig bewegen, meint etwa Fritz Jergitsch vom Online-Satiremagazin ‚Tagespresse‘:
"Ich versuche immer meine Satire gegen sozusagen 'Die da oben' zu richten, nicht gegen Minderheiten, und ich möchte auch nicht die Würde von Menschen bewusst herabsetzen. Da geht es natürlich in gewisser Hinsicht auch um religiöse Gefühle. Auch wenn sich Religiöses besonders für Satire eignen würde, sollte man aufpassen. Ich habe da ganz strikte Richtlinien."

7. Jänner 19:00 Uhr

Die Menschen weltweit zeigen nicht nur online, sondern auch durch spontane Kundgebungen ihre Solidarität. Auch in Wien sammeln sich Menschen vor der französischen Botschaft. In Paris selbst sind es rund 30.000, die sich versammelt haben.

#JeSuisCharlie

7. Januar

Frankreich steht unter Schock – nach einer blutigen Schießerei in Paris.

Jetzt ist klar: Die Attentäter von Paris bekennen sich zur Al-Kaida. Rund 3.000 Polizisten ermitteln derzeit. Die zwei oder drei vermummten Attentäter haben ja die Redaktion einer Satirezeitung gestürmt, die Rache des Propheten verkündet und 12 Menschen mit Maschinenpistolen erschossen.

Auslöser waren vermutlich die anti-islamischen Karikaturen der Zeitung.

Mehr Bilder unter #CharlieHebdo

Unter dem Hashtag #JeSuisCharlie solidarisieren sich übrigens abertausende Menschen weltweit mit Frankreich, auch indem sie ihr Profilbild auf Twitter und Facebook auf den Slogan tauschen.

charlie hebdo

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