Bungee Seil Vergessen!

Mädchen (21) stürzt in den Tod

(23.06.2026) Der tödliche Sturz der 21-jährigen Studentin Maria Eduarda Rodrigues de Freitas sorgt weiterhin für Entsetzen. Die junge Brasilianerin starb am 13. Juni 2026 bei einem sogenannten Rope Jump von der berüchtigten Ponte do Esqueleto („Skelettbrücke“) nahe Limeira im Bundesstaat São Paulo. Jetzt kommen immer mehr Details ans Licht.

Video zeigt unfassbaren Fehler

Auf inzwischen weltweit verbreiteten Videos ist zu sehen, wie mehrere Mitarbeiter des Veranstalters die junge Frau in einer sogenannten „Airplane Style“-Position zum Brückenrand tragen. Anschließend wird sie in die Tiefe gestoßen.

Doch erst Sekunden später bemerken Zuschauer den fatalen Fehler: Das Sicherungsseil liegt noch zusammengerollt auf der Brücke. „Sie hat kein Seil!“, ist auf den Aufnahmen zu hören. Maria Eduarda stürzt rund 40 Meter in die Tiefe. Rettungskräfte können nur noch ihren Tod feststellen.

+++Triggerwarnung+++Video+++Absturz+++

Sechs Festnahmen – Ermittlungen werden ausgeweitet

Unmittelbar nach dem Unglück wurden zunächst drei Mitarbeiter des Veranstalters festgenommen. Inzwischen hat die Polizei drei weitere Personen verhaftet. Insgesamt sitzen nun sechs Verdächtige im Zusammenhang mit dem Fall in Untersuchungshaft.

Den Beschuldigten wird unter anderem Tötung mit Eventualvorsatz vorgeworfen. Nach brasilianischem Recht bedeutet das, dass jemand ein lebensgefährliches Risiko bewusst in Kauf genommen hat.

Besonders brisant: Bei den Vernehmungen konnte offenbar niemand erklären, wer für die letzte Sicherheitskontrolle verantwortlich war. Mehrere Beteiligte gaben an, sich nicht erinnern zu können, wer das Seil hätte befestigen müssen. Ermittler sprechen von einem völligen Versagen der Sicherheitsabläufe.

Veranstalter offenbar ohne Genehmigung tätig

Nach Angaben der Polizei verfügte die Gruppe, die die Sprünge organisierte, offenbar nicht über die erforderlichen Genehmigungen. Die Rope-Jumping-Aktion soll ohne ausreichende behördliche Zulassung durchgeführt worden sein.

Die Ermittler werfen den Organisatoren vor, grundlegende Sicherheitsprotokolle missachtet zu haben. Richter Paulo Henrique Stahlberg Natal bezeichnete den Tod der jungen Frau als „vermeidbar“ und sprach von „grober Fahrlässigkeit bei einer Hochrisiko-Aktivität“.

Für zusätzliche Brisanz sorgt das mysteriöse Verschwinden einer Kamera. Maria Eduarda hatte für ihren Sprung offenbar eine GoPro gemietet, um das Erlebnis aufzuzeichnen.

Zeugen behaupten, ein Mitarbeiter habe die Kamera nach dem Aufprall von ihrem Körper entfernt. Die Polizei sucht inzwischen gezielt nach dem Gerät. Ermittler vermuten, dass wichtige Beweise verschwunden sein könnten.

Bürgermeister erhebt schwere Vorwürfe

Auch die Stadt Limeira macht Druck. Bürgermeister Murilo Félix kündigte rechtliche Schritte gegen die zuständigen Bundesbehörden an.

Die verlassene „Skelettbrücke“ sei seit Jahren als gefährlicher Ort bekannt. Die Stadt habe wiederholt auf Sicherheitsprobleme hingewiesen und Zugangsbeschränkungen gefordert. Passiert sei jedoch nichts. Nach dem Unglück wurde die Brücke vorerst geschlossen.

Was ist Rope Jumping?

Anders als beim klassischen Bungee-Jumping wird beim Rope Jumping kein elastisches Gummiseil verwendet. Stattdessen kommt ein Kletterseil zum Einsatz, das den Springer nach dem freien Fall in eine Pendelbewegung überführt. Die Technik gilt als sicher – allerdings nur bei korrekter Sicherung und strengen Sicherheitskontrollen.

Opfer wollte Sportlehrerin werden

Maria Eduarda Rodrigues de Freitas studierte Sportmanagement und wollte später als Sportlehrerin arbeiten. Kurz vor dem Sprung postete sie noch ein Foto von der Brücke auf Instagram und scherzte: „Wer war eigentlich verrückt genug, mich von einer Brücke springen zu lassen?“ Wenige Stunden später war sie tot.

(fd)

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