Drogenkartell Thailand
Urlauber*innen als Drogenkuriere
(03.08.2026) Thailand ist der Hotspot für den Cannabis-Schmuggel nach Europa. Im Jahr 2022 ist es zwar das erste Land, welches die Droge legalisiert, trotzdem bleibt eine Regulierung von Anbau, Konsum & Verkauf nach gesetzlichen Verschärfungen aus. Das Business boomt in Milliardenhöhe, denn in Thailand gibt es größere Mengen zu günstigeren Preisen zu kaufen als in Europa.
Äußerst einfallsreiche Schmuggel-Strategie
Anstelle von kriminellen Profis wird das Cannabis von jungen Urlauber*innen geschmuggelt. Dabei agieren sie als Drogenkuriere, die die Substanz per Linienflüge einfliegen - und das im normalen Reisekoffer. Der Deal dabei? Ein Gratis-Urlaub, etwas Party vor Ort mit Verpflegung und 6.000 Euro aufs Konto bei einem erfolgreichen Koffertransfer von A nach B.
Wind bekommt man von dieser “naiven” Geldmacherei über viele Wege: Bekannte, die einen mit den Drogengangs in Kontakt setzen, Kredithaie die einen wegen Schulden dafür anstiften, Social Media Rekrutierung oder gar eine direkte Anheuerung in thailändischen Bars oder Stränden.
Immenses Ungleichgewicht
Sobald man “eingestellt” ist, entscheiden die Drogengangs über alle Schritte des “Urlaubs”. Die Aufenthaltsdauer kann von ein paar Tagen bis hin zu mehreren Wochen reichen. Die Reiseroute wird vorgegeben und diese ist wiederum ausschlaggebend dafür, wie lange die Kuriere in Haft bleiben müssen, wenn sie erwischt werden.
Dabei wird mit Layover-Flügen ein höheres Risiko für die Kuriere eingegangen. Den Gangs scheint es aber relativ egal zu sein, was mit ihren Drogenkurieren passiert. Direktflüge werden nämlich aus Kostengründen grundsätzlich nicht gebucht.
Teils extrem hohe Strafen
Eine 22-jährige Schwed*in ist bei so einem Schmuggel am Flughafen Wien-Schwechat aufgeflogen. Nach einem vollumfänglichen Geständnis bekommt die Student*in eine dreijährige Haftstrafe, diese wird aber nach Berufung ihrer Verteidiger*in auf nur zwei reduziert.
In Österreich ist das noch eine milde Strafe im Vergleich zu anderen Staaten. Beispielsweise droht einem jungen Briten zehn Jahre Haft in der Türkei, die lokale Mindeststrafe. Oder die damals 18-jährige Bella Culley, der in Georgien eine lebenslange Gefängnisstrafe droht.
Hauptschauplatz für den Schmuggel ist allerdings Großbritannien. Dort wurden 2025 laut BBC 976 Drogenkuriere mit 167.000 Kilogramm Cannabisblüten im Gepäck verhaftet.
(ve)