Du hast 46.786 € Schulden?
Staatsverschuldung pro Kopf
(02.09.2026) Österreich sitzt auf einem gewaltigen Schuldenberg: Ende März 2026 betrug der öffentliche Schuldenstand 431,4 Milliarden Euro. Umgerechnet sind das 46.786 Euro Staatsschulden pro Einwohner – um 1.437 Euro mehr als noch Ende 2025. Die Schuldenquote stieg innerhalb eines Quartals von 81,5 auf 83,5 Prozent des BIP.
Steiermark hat höchste Länder-Schulden
Zusätzlich zeigt ein neuer Vergleich, wie unterschiedlich stark die einzelnen Bundesländer und ihre Gemeinden verschuldet sind. Die Steiermark liegt mit 8.611 Euro pro Einwohner an der Spitze. Dahinter folgen Kärnten mit 8.201 Euro und das Burgenland mit 7.783 Euro.
Das komplette Ranking:
- Steiermark: 8.611 Euro
- Kärnten: 8.201 Euro
- Burgenland: 7.783 Euro
- Niederösterreich: 7.507 Euro
- Wien: 7.342 Euro
- Vorarlberg: 5.012 Euro
- Salzburg: 4.297 Euro
- Oberösterreich: 3.336 Euro
- Tirol: 3.285 Euro
Tirol steht am besten da
Am niedrigsten ist die Pro-Kopf-Verschuldung auf Landes- und Gemeindeebene in Tirol mit 3.285 Euro, knapp gefolgt von Oberösterreich mit 3.336 Euro.
Damit trägt ein Einwohner der Steiermark rechnerisch mehr als zweieinhalbmal so viele Landes- und Gemeindeschulden wie ein Einwohner Tirols.
Tirols Landeshauptmann und Finanzreferent Anton Mattle (ÖVP) sieht darin eine Bestätigung des eigenen Finanzkurses. Sein Ziel sei es, Tirol als finanziellen „Musterschüler“ Österreichs zu halten.
Auch Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) verweist auf eine vergleichsweise zurückhaltende Schuldenpolitik. Wer frühzeitig auf solide Finanzen achte, müsse später weniger drastisch sparen und könne mehr Geld in Infrastruktur, Bildung, Gesundheit und Arbeitsplätze investieren.
Kärnten nicht mehr Nummer eins
Bemerkenswert ist auch der Blick auf Kärnten. Das Bundesland galt aufgrund seiner hohen Verschuldung und der Folgen der Hypo/Heta-Krise lange als besonderer Problemfall.
Mit 8.201 Euro pro Einwohner liegt Kärnten nun allerdings hinter der Steiermark auf Platz zwei.
Wien absolut vorne
Bei den absoluten Schulden sieht das Bild anders aus. Wien hat mit rund 15 Milliarden Euro die höchsten Schulden von Land und Gemeinden, gefolgt von Niederösterreich mit rund 13 Milliarden Euro und der Steiermark mit rund 11 Milliarden Euro.
Durch die deutlich größere Bevölkerung Wiens liegt die Bundeshauptstadt beim Pro-Kopf-Vergleich allerdings nur auf Platz fünf.
46.786 Euro und 8.611 Euro nicht addieren
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen den beiden Zahlen: Die 46.786 Euro Staatsschulden pro Kopf umfassen den gesamten österreichischen Staatssektor – insbesondere Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherung.
Die 8.611 Euro in der Steiermark beziehungsweise die jeweiligen Bundesländer-Werte beziehen sich dagegen nur auf Land und Gemeinden. Sie sind also bereits Teil der gesamten österreichischen Staatsverschuldung und dürfen nicht einfach zu den 46.786 Euro dazugerechnet werden.
Schulden steigen weiter
Allein vom vierten Quartal 2025 bis Ende März 2026 erhöhte sich Österreichs öffentlicher Schuldenstand um 13,3 Milliarden Euro. Laut Statistik Austria war dafür vor allem ein Anstieg der Schulden auf Bundesebene verantwortlich.
Zum Vergleich: Ende 2024 lagen die Staatsschulden noch bei 395,1 Milliarden Euro, Ende 2025 bereits bei 418,1 Milliarden Euro. Im ersten Quartal 2026 folgte der Sprung auf 431,4 Milliarden Euro.
Damit wächst nicht nur der gesamte österreichische Schuldenberg weiter – auch zwischen den Bundesländern zeigen sich enorme Unterschiede. Während Tirol und Oberösterreich vergleichsweise niedrig verschuldet sind, trägt die Steiermark aktuell die höchste Pro-Kopf-Schuldenlast auf Landes- und Gemeindeebene.
(fd/apa)