Gebärdensprache für alle
Neue AHS-Fremdsprache
(14.09.2026) Die österreichische Gebärdensprache (ÖGS) wird ab diesem Schuljahr als zweite lebende Fremdsprache an AHS-Oberstufen angeboten. Wegen Personalmangels sind vorerst nur einzelne Standorte dabei.
Gebärdensprache als zweite Fremdsprache
Ab dem heutigen Schulstart im Westen Österreichs soll die Gebärdensprache für alle Oberstufenschüler und -schülerinnen in die Klassenzimmer kommen. Die Zeichensprache soll einen gleichwertigen Platz als Wahlpflichtfach neben Fremdsprachen wie Französisch oder Italienisch einnehmen. Die erste Matura ist für 2030 geplant.
Obwohl die österreichische Gebärdensprache seit 2005 verfassungsrechtlich anerkannt ist, war sie bis zuletzt kein Unterrichtsfach. Zudem gab es keinen Unterricht als Erst- oder Zweitsprache. Das soll sich jetzt ändern.
Herausforderungen im Angebot
Laut Recherchen des ORF wird mit der ÖGS vorerst nur an an einzelnen Schulen gestartet. Grund dafür ist der Personalmangel. Ein zugehöriger Lehrplan als Basis für ein Lehramtsstudium wurde erst 2024 beschlossen,
Obwohl das neue Angebot ein Schritt in die richtige Richtung sei, kritisiert Verena Krausneker von der Universität Wien die derzeitige Zugänglichkeit. Das Angebot sei mit der Neuerung nur für hörende Schülerinnen und Schüler attraktiver geworden. Das sei im Sinne einer mehrsprachigen Gesellschaft zwar gut, das späte Angebot in der Sekundarstufe II löse aber für unmittelbar Betroffene keine Probleme.
Sie fordert daher, dass das ÖGS-Angebot vor allem in den Pflichtschulen noch weiter ausgebaut werden soll. Anstelle einer verbindlichen Übung für Gehörlose soll es von Grund auf ein Schulfach für ÖGS geben. Das eröffne Lernmöglichkeiten für Geschwister von gehörlosen Kindern, Kinder von gehörlosen Eltern oder schwerhörige Kinder, für die weiterhin ein unzureichendes Angebot besteht.
Aufgrund der derzeitigen Personallage sei eine Verbesserung des Zustands aber in naher Zukunft unrealistisch.
(apa/mm)