Schreibt Antonelli Geschichte?
F1: WM-Leader fährt davon
(14.09.2026) Der erste Sieger der Formel 1 am Madring heißt: Kimi Antonelli. Im 57-Runden-Spektakel in Madrid verhelfen ihm sein kühler Kopf und ein gut getimtes virtuelles Safety Car zum Sieg. Seine Führung auf Russel im Championship baut er auf 81 Punkte aus.
Erstes Rennen, erster Sieger
Nach seinem spektakulären Sieg vom 19ten Startplatz bei seinem Heim-Grand-Prix in Monza letzte Woche schafft es Antonelli auch diesen Sonntag auf die oberste Stufe des Podests.
Der amtierende Weltmeister Lando Norris schlug ihn zwar am Samstag im Qualifying, ein virtuelles Safety-Car, das durch den Ausfall von Lance Stroll hervorgerufen wurde kam aber für Norris im Rennen zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt. Er fuhr gerade an der Boxengasse vorbei.
Antonelli im Mercedes schaffte es noch abzubiegen. Als Norris endlich hereinkommen konnte, war das virtuelle Safety-Car wieder vorbei. Antonelli sparte sich im Vergleich zu Norris zwölf Sekunden.
Ein verpatzter Stopp sah Norris dann sogar noch hinter Max Verstappen zurückfallen, der zu der Zeit sechs Sekunden hinter Antonelli fuhr. Ferrari-Fahrer Leclerc, der nicht an die Box kam und auf ein weiteres Safety-Car hoffte, blieb bis in Runde 49 draußen.
Nach Leclerc's Pflicht-Stopp führte Antonelli und schaffte es seine Rivalen bis zum Schluss im Zaum zu halten. Verstappen kam in der Schlussphase noch vom deutlich schnelleren Norris in Bedrängnis, konnte ihn aber in den engen Straßen Madrids hinter sich halten. Leclerc wurde Vierter.
Antonelli zurück auf der Erfolgswelle
Von den fünf Rennen vor der Sommerpause konnte Antonelli nur eines für sich entscheiden. Zuletzt siegten beide Ferrari-Fahrer, sein Teamkollege und auch Norris zeigte sich in starker Form. Antonelli schaffte es aber trotz mancher nicht ganz idealer Qualifyings in die Rennergebnisse eine für einen so jungen Fahrer ungewöhnliche Beständigkeit hineinzubringen.
Nach dem Sommer folgten nun ein zweiter Platz in den Niederladen und zwei Siege in Monza und Madrid. Besonders seine Fahrt letzte Woche in Monza war eine klare Ansage. Sein auf Pole gestarteter Teamkollege Russel musste sich schließlich gegen ihn geschlagen geben, obwohl am Start siebzehn Plätze zwischen den beiden lagen. Viele nannten das bereits einen "Champions Drive".
Alle Sterne stehen auf Antonelli
Statistisch gesehen ist sein Sieg in der Weltmeisterschaft inzwischen eher wahrscheinlich als unwahrscheinlich. Auch wenn ein Blick in die Psyche seiner Verfolger unmöglich ist und Russel mit seiner Form zuletzt zufriedener war: Der Sieg Antonellis in Italien hat dem Briten wohl zwangsläufig zu schaffen gemacht. Auch diese Woche war Antonelli wieder klar der Schnellere der beiden.
Russels Rückstand von 81 Punkten auf seinen Teamkollegen sind umgerechnet ein wenig mehr als drei Siege gegen drei Ausfälle. Hamilton, der auf Platz drei der Weltmeisterschaft liegt und in Madrid wegen einem Bremsversagen ausfiel, ist inzwischen schon 101 Punkte hinten. Norris hat auf 5 Punkte zu Hamilton aufgeschlossen.
Noch viele Punkte zu holen
Gleichzeitig hat besonders die Formel 1 des letzten Jahres gezeigt, dass es eine WM-Führung immer noch heimzubringen gilt. Piastri hatte die WM die längste Zeit angeführt und schlussendlich die Saison nur als Dritter beendet. Verstappen schaffte fast ein Wunder und holte einen Vorsprung von über 100 Punkten auf. Norris holte sich den Titel schließlich nur um zwei Punkte - das engste Endergebnis einer WM im neuen Punktesystem und seit 2008.
Obwohl Antonellis Vorsprung von 81 Punkten schon beträchtlich ist - die Saison bringt noch neun Rennen und drei Sprints. 249 Punkte könnte er maximal noch zu seinen 292 bereits gesammelten hinzufügen. Das bedeutet aber auch, dass seine Verfolger weiterhin eine realistische Chance haben aufzuholen.
Der 20-Jährige Italiener weiß: "Wir müssen weiter abliefern und ich muss immer mein bestes geben, wenn ich auf der Rennstrecke bin. Natürlich ist es ein großer Vorsprung, aber man weiß nie, was passieren kann. Und dann schauen wir, wo wir am Ende stehen", wie er im F1-Interview nach dem Rennen sagt.
Würde er die Fahrerweltmeisterschaft für sich entscheiden wäre er der jüngste F1-Champion jemals und knapp drei Jahre jünger als der momentane Rekordhalter Sebastian Vettel.
(mm)