Graz: Handy-Bande zerschlagen

Sechsstellige Schadenssumme

(14.08.2026) Eine ukrainische Bande, die teils hochpreisige Mobiltelefone stahl und bei den Anmeldungen bei Mobilfunkfirmen betrog, ist in Graz von der Polizei zerschlagen worden. Die Ermittler nahmen mehrere Personen fest, der Schaden dürfte sich im sechsstelligen Euro-Bereich bewegen, teilte die Landespolizeidirektion Steiermark am Freitag mit.

Ausgangspunkt der Ermittlungen waren gewerbsmäßige Ladendiebstähle in der Steiermark, für die zwei ukrainische Staatsangehörige im Alter von 26 und 28 Jahren sowie weitere Tatverdächtige in Frage kommen. Das Kriminalreferat Graz observierte die Tätergruppe. Von anfänglichen Diebstählen ging diese auf den gewerbsmäßigen Betrug durch die gefälschte Anmeldung hochpreisiger Mobiltelefone über. Die Kriminellen gingen dabei laut Polizei "äußerst strukturiert und mit klarer Arbeitsteilung" vor: Sie warben ukrainische Landsleute an und schickten diese in Grazer Einkaufszentren. Sogenannte "Dolmetscher" begleiteten die Personen in die Shops, während die Haupttäter im Hintergrund blieben, Instruktionen erteilten und das Bargeld für die geringen Anzahlungen bereitstellten.

Zugriff vor Grazer Einkaufszentrum

Die Verträge für die teuren Handys wurden auf Ratenzahlung abgeschlossen - im Wissen, dass die vereinbarten Raten niemals beglichen werden würden. Ein Großteil der Neugeräte wurde sofort von den Haupttatverdächtigen übernommen, die Anwerber und Vermittler erhielten eine kleine Entlohnung. Zu Wochenbeginn intensivierte das Kriminalreferat die Überwachung. Zusammen mit der Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität (EGS), eines Polizeidrohnenpiloten sowie von Diensthunden beobachtete man die Verdächtigen bei einem erneuten Versuch in einem Einkaufszentrum.

Ein 22-jähriger Hauptverdächtiger begab sich dabei mit zwei Landsleuten (39, 66) in einen Shop. Während eine Anmeldung wegen fehlender Bonität abgelehnt wurde, glückte in einem zweiten Fall der Abschluss. Der 22-Jährige nahm das hochpreisige Mobiltelefon entgegen und übergab es im Außenbereich an die 26- und 28-jährigen Haupttatverdächtigen. Sofort griffen die Beamten zu, alle Ukrainer wurden vor dem Einkaufszentrum festgenommen.

Umfangreiches Beweismaterial sichergestellt

Bei der Personendurchsuchung wurden beim 28-jährigen Hauptverdächtigen mehrere tausend Euro Bargeld sichergestellt. In seinem Pkw entdeckten die Ermittler Ausweise weiterer Anwerber sowie Verträge, die auf andere Personen ausgestellt waren. Bei der Hausdurchsuchung an der Wohnadresse des 28-Jährigen sicherten die Polizisten weiteres Beweismaterial.

Beim Verhör waren die Festgenommenen teilweise geständig. Die vier Hauptverdächtigen im Alter von 22, 26 und jeweils 28 Jahren wurden in die Justizanstalt Graz-Jakomini eingeliefert. Die Ermittlungen der Grazer Kriminalisten dauern noch an.

(apa/mc)

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