Herbert Kickl im Fokus
Kritik nach FPÖ-Rede
(19.02.2026) Der Auftritt von FPÖ-Chef Herbert Kickl beim traditionellen Politischen Aschermittwoch in Ried im Innkreis sorgt für massive Kritik bei den anderen Parteien. Kickl hatte in seiner Rede – wie erwartet – zu einem Rundumschlag gegen die Bundesregierung ausgeholt und sie als „Brutstätte des Unvermögens“ bezeichnet. Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten: SPÖ, NEOS und Grüne werfen Kickl Hetze, sexistische Entgleisungen und fehlende Inhalte vor.
Kickl teilt aus: „Einheitspartei“ und „Bonzen-Pinguin“
In seiner Rede bezeichnete Kickl politische Mitbewerber unter anderem als „Einheitspartei“. SPÖ-Chef Andreas Babler titulierte er als „Bonzen-Pinguin“. Besonders heftig kritisiert wird jedoch eine Aussage über NEOS-Chefin und Außenministerin Beate Meinl-Reisinger: Kickl bot sie in Richtung Ukraine als „Sachspende“ an.
Einen Tag nach der Rede reagierte SPÖ-Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim mit scharfer Kritik. Kickl habe erneut gezeigt, „dass es gut ist, dass die FPÖ nicht in der Regierung ist“.
„Kickls Krawallkurs ist gepflastert mit aggressiven Rundumschlägen und Beschimpfungen, Inhalte und Lösungen: null“, so Seltenheim.
Er betonte, Österreich sei durch eine Regierungsbeteiligung der FPÖ bisher „massiver Schaden erspart geblieben“.
„Widerwärtige, frauenfeindliche Entgleisung“
Besonders deutlich wurde Seltenheim bei Kickls Aussage über Meinl-Reisinger. Diese als „Sachspende“ zu bezeichnen, sei eine „widerwärtige, frauenfeindliche Entgleisung“. Auch Aussagen aus dem FPÖ-Umfeld über US-Präsident Donald Trump wurden von Seltenheim kritisiert. Das Lob für Trump sei bedenklich, mit der FPÖ sei „kein Staat zu machen“.
Auch die NEOS reagierten deutlich. Generalsekretär Douglas Hoyos sprach von einem „inakzeptablen Umgangston“ und „sexistischen Untergriffen“ gegen Politikerinnen wie Meinl-Reisinger.
Hoyos sagte, Kickl zeige damit vor allem eines: Dass ihm die Argumente fehlen.
„Diese Art von Politik und Sprache spaltet, vergiftet das gesellschaftliche Klima und schadet Österreich in jeder Hinsicht“, so Hoyos.
Selbst für Aschermittwochs-Reden sei Kickls Auftritt ein neuer Tiefpunkt:
„Was Kickl hier geliefert hat, überspannt den Bogen und ist ein absoluter Tiefpunkt.“
Auch Grünen-Klubobfrau Leonore Gewessler reagierte am Donnerstag mit klaren Worten. Kickl verliere sich in „schlechten Scherzen statt Lösungen“.
Besonders kritisierte Gewessler Kickls Russland-Nähe:
„Wer keine Gelegenheit auslässt, sich dem mörderischen Regime in Russland an den Hals zu werfen, agiert nicht im Interesse unserer Heimat. Das ist Pseudo-Patriotismus in Reinkultur.“
Zudem warf sie Kickl vor, nicht über die Sorgen vieler Menschen zu sprechen, sondern „zur Verteidigung der Superreichen“ auszurücken. Die FPÖ schütze trotz Teuerung „Millionenerben“ – das sei „ein Hohn“.
Politischer Aschermittwoch wird zur neuen Frontlinie
Der politische Aschermittwoch der FPÖ in Ried sorgt damit erneut für massive Spannungen im innenpolitischen Klima. Während Kickl auf provokante Zuspitzung setzt, werfen ihm SPÖ, NEOS und Grüne vor, gezielt zu polarisieren – ohne konkrete Lösungen für Teuerung, Wirtschaft oder Sicherheit zu liefern.
(fd/apa)