Hitze: Baden und Öffis gratis?

Hitze-Notfallpaket gefordert

(26.06.2026) Greenpeace fordert angesichts der für das Wochenende erwarteten Extremtemperaturen "von Bund und Ländern ein schnelles Hitze-Notfallpaket" mit sechs Sofortmaßnahmen. Dazu zählen Gratis-Zugang zu öffentlichen Bädern ab 35 Grad und die kostenlose Benützung öffentlicher Verkehrsmittel. Der WWF urgiert ein Sonderbudget von einer Milliarde Euro für Städte und Gemeinden, um stark versiegelte Orte beim Umbau zu unterstützen.

Die von Greenpeace angeregten Notfallmaßnahmen umfassen folgende Vorschläge: öffentliche Bäder in ganz Österreich an Tagen mit 35 Grad oder mehr für alle kostenlos; gekühlte Orte ohne Konsumzwang in Städten, die innerhalb von 15 Minuten erreichbar sind - dafür müssten etwa "öffentliche Gebäude auch am Wochenende geöffnet werden"; mehr mobile Brunnen im öffentlichen Raum, und "spätestens ab 35 Grad" sollten Restaurants und Cafés "verpflichtet werden, kostenloses Trinkwasser zur Verfügung zu stellen"; Schulen sollen "an kühleren Orten unterrichten" oder "hitzefrei" geben können; weiters "gratis Öffis für alle" bei extremer Hitze und Hitzeschutz in Mietwohnungen: Der Einbau von Außenjalousien dürfe nicht länger von Vermietern und anderen Hausparteien blockiert werden können. Die mietrechtlichen Hürden für den Einbau von Wärmepumpen mit aktiver Kühlung sollen gesenkt werden.

"Mittelfristige Maßnahmen, wie die Entsiegelung von Betonwüsten und eine Sanierungsoffensive, sind längst überfällig. Jetzt brauchen die Menschen aber unbedingt Notfallmaßnahmen, die sofort entlasten", sagte Marc Dengler, Klima- und Energieexperte bei Greenpeace.

Mehr Natur gegen Höchsttemperatur

Mittelfristig müsse insbesondere der ausständige nationale Renaturierungsplan finanziert werden, hieß es vom WWF. "Offene Böden, gesunde Bäume, lebendige Gewässer und intakte Feuchtgebiete speichern Wasser wie ein Schwamm und sorgen für spürbare Abkühlung im Alltag", sagte WWF-Experte Joschka Brangs. Finanzminister und Landeshauptleute sollten Gespräche über das geforderte Sonderbudget aufnehmen: "Erstens braucht es verbindliche Entsiegelungsziele und Förderungen für Städte und Gemeinden. Zweitens müssen Bäume besser geschützt und neue Stadtbäume mit ausreichend Wurzelraum gepflanzt werden. Drittens benötigt es mehr Renaturierung von Flüssen, Auen, Feuchtgebieten und Wäldern."

Die Caritas weitet ihr Hitzepaket aus. Caritasdirektor Klaus Schwertner betonte die bereits jetzt große Nachfrage: "Beim Louisebus, unserer mobilen Arztpraxis, müssen unsere Ärztinnen und Ärzte aktuell mehr Menschen mit Kreislaufproblemen und niedrigem Blutdruck behandeln. Unsere Streetworkteams verteilen Wasser, Kopfbedeckungen und Sonnencreme - so viel wie selten zuvor. Und gleichzeitig versuchen wir, besonders vulnerable Menschen in Quartieren unterzubringen und sie auf geöffnete Klimaoasen in den Pfarren hinzuweisen." Bei der Unterbringung in Notquartieren stoßen die Streetwork-Teams zunehmend an Grenzen. "Die Kapazitäten sind knapp", schilderte Sozialarbeiterin Susanne Peter. Was im Winter möglich ist - genügend Betten bereitzustellen -, solle auch für den Sommer gelten.

Wer Menschen in der Hitze in einer Notlage sieht, kann Schlaf- und Aufenthaltsplätze etwa in der Gruft unter 01/587-87-54 melden. Im Notfall sollte man die Rettung unter 144 alarmieren. An Sachspenden werden Sonnencremes, Badetücher, Schirmkappen, neue Socken und Unterwäsche gebraucht (Abgabestellen sind online zu finden).

(apa/mc)

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