Parmesan in Gefahr

Hitzewelle in Italien

(17.07.2026) Auch an der Parmesanproduktion geht die Hitzewelle nicht spurlos vorbei. In Italien haben die Temperaturen in den vergangenen Tagen mehr als 40 Grad Celsius betragen, weshalb Kühe bis zu zehn Prozent weniger Milch in schlechterer Qualität geben.

Durch die geringe Menge an Niederschlag steigt das Problem ebenfalls. Bei der Produktion von Parmesan mit geschützter Herkunftsbezeichnung dürfen Kühe nur Gras und Heu aus der Region zu sich nehmen. Außerdem haben einige Landwirte teure Ventilatoren und Sprühnebelsysteme installiert.

Trockene Erde

Bewässerung kaum mehr möglich

Durch die anhaltende Trockenheit ist die Wasserknappheit in Norditalien hoch. Die Bewässerung in manchen Gebieten wurde auch schon eingestellt. Grund dafür ist der geringe Wasserstand des Po. Dort befinden sich laut Experten nur noch Reserven für höchstens eine Woche Bewässerung. Ebenfalls tritt an der Flussmündung Salzwasser ins Innere des Landes vor. Eine Bewässerung mit Meerwasser würde zu Schäden an den Feldern führen.

Steigender Energieverbrauch

Zusätzlich belastet werden die Betreiber großer Lagerhallen, der sogenannten "Parmesan-Banken". Denn der Parmesan muss dort mindestens zwölf Monate lang reifen. Dazu braucht es Klimaanlagen, die wiederum den den täglichen Energieverbrauch um etwa 30 Prozent in die Höhe treiben, meint Giancarlo Ravanetti, Direktor von Magazzini Generali delle Tagliate (MGT). In beiden Lagerhäusern der MGT finden sich über 500.000 Laibe Parmesan im Wert von ca. 300 Mio Euro.

Im Großen und Ganzen machen die extremen Wetterereignisse der Produktion aktuell sehr zu schaffen. Zukünftige Entwicklungen könnten die Lage verschlimmern, Kosten noch weiter erhöhen und im schlimmsten Fall zum Ausfall der Produktion führen.

(cm/apa)

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