Kinder völlig verwahrlost
Polizei braucht Atemschutz
(11.01.2026) Ein aufmerksamer Autofahrer hat in Menden offenbar Schlimmeres verhindert: Er bemerkte ein kleines Kind, das bei eisiger Kälte barfuß über eine Straße lief, und alarmierte die Polizei. Was die Einsatzkräfte anschließend in einer nahegelegenen Wohnung vorfanden, erschütterte selbst erfahrene Beamte.
In der Wohnung lebten insgesamt sechs Kinder unter Bedingungen, die nach Angaben der Polizei als verwahrlost eingestuft werden. Die Räume waren derart vermüllt, dass die Einsatzkräfte die Wohnung nur mit Atemschutz betreten konnte. Feuerwehr und Rettung evakuierten die Kinder umgehend. Fotos vom Einsatz zeigen einen Retter, der ein Kind ohne Schuhe zu einem Rettungswagen trägt.
Polizei spricht von unhaltbaren Zuständen
Laut Polizeiangaben waren die hygienischen Zustände in der Wohnung so schlecht, dass eine sofortige Unterbringung der Kinder außerhalb der Familie notwendig wurde. Die Kinder wurden medizinisch untersucht und anschließend dem Jugendamt übergeben.
Die Mutter der Kinder geriet im Zuge des Einsatzes in den Fokus der Ermittlungen. Nach ersten Erkenntnissen prüfen die Behörden auch, ob Drogen eine Rolle gespielt haben könnten. Dazu äußerte sich die Polizei bislang nicht im Detail.
Ermittlungen laufen – Jugendamt eingeschaltet
Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Parallel dazu kümmert sich das Jugendamt um die weitere Betreuung und Unterbringung der Kinder. Ziel sei es nun, die Hintergründe der Situation vollständig aufzuklären und das Kindeswohl dauerhaft sicherzustellen.
Die Polizei lobte ausdrücklich das umsichtige Verhalten des Autofahrers, der nicht wegsah, sondern Hilfe holte. „Ohne diesen Hinweis hätte die Situation womöglich noch länger unentdeckt bleiben können“, hieß es aus Polizeikreisen.
(fd)